Die merkwürdigsten Trickserien

1.) SpongeBob

SpongeBob (in unseren Breitengraden mit dem wenig sinnigen Nachnamen „Schwammkopf“ versehen) ist ein Schwamm. Ein Schwamm. Keiner zum Waschen oder zur Fliesenreinigung, sondern ein lebender, der kurze Hosen und eine Krawatte trägt. Eine Krawatte. Sein bester Freund ist ein debiler Seestern, sein Haustier eine miauende Schnecke, und sein Gegner ist Plankton. Plankton. Ab und zu tauchen noch der fliegende Holländer, die abgehalfterten Superhelden Meerjungfraumann und Blaubarschbube sowie ein Grauhörnchen in einem Raumanzug auf. In einem Raumanzug.

Ernsthaft: Wie lange muss man am Meeresgrund bleiben, bis einem so etwas einfällt? Und für wen sind die Geschichten aus Bikini Bottom gedacht? Etwa für Kinder? Die Schnecke macht „Miau“, verdammt noch mal! Miau!

2.) CatDog

Schon beim Betrachten der Hauptfigur/en stellt sich die erste Frage. „Warum?“ Wer die Serie nicht kennt, kann sich hier eingucken:

Ernsthaft: am Rumpf zusammengewachsene Vorderteile eines Hundes und einer Katze? Warum? Das Rätsel löst sich auch nicht durch die vermeintlich pfiffige Dramaturgie, dass Kätzchen Cat klug und pessimistisch ist, während Hündchen Dog dämlich, dafür aber deutlich fröhlicher ist. Diese durchaus vermeintlich gar nicht so pfiffige Dramaturgie erschöpft sich ungefähr nach den ersten drei Minuten der ersten Folge. In diesen ersten drei Minuten der ersten Folge, die man sieht, der nicht pfiffigen Dramaturgie zu folgen, wird übrigens dadurch massiv erschwert, dass man sich stattdessen die ganze Zeit fragt, wie es sich anfühlt, am Bauch mit einem anderen Menschen/Tier/Etwas zusammengewachsen zu sein und je nach Bedarf rückwärts laufen zu müssen, weil der andere gerade die Richtung vorgibt. Hier wird es dann philosophisch, weil zwangsläufig die Frage aufkommt, ob das nicht doch auch was mit dem echten Leben zu tun hat.

Doch spätestens wenn Rancid Rabbit (ein Hase, der immer einen blauen Anzug trägt, ein grünes Gesicht hat und auch schon mal als Präsident der USA auftritt), Lola Caricola (eine mexikanische Wissenschaftlerin, deren Haupt stets ein weißer Hut ziert), Mervis und Dunglap (Schwein und Ratte, beste Freunde, aber streiten sich eigentlich permanent), Eddy (ein hyperaktives Eichhörnchen mit einem abgebrochenen Schwanz, welches sich „der Pulverisierer“ nennt) und Sunshine (ein grüner, mürrischer Außerirdischer) ins Bild kommen, sind alle Fragen pulverisiert.

Unfassbar: Es gibt sagenhafte 66 Folgen dieser Serie, die alle anatomischen, philosophischen, psychologischen und tierischen Fragen aufwirft, die man sich nur vorstellen kann, aber keine einzige beantwortet. Geht es hier um siamesische Zwillinge? Soll das Gesellschaftskritik sein? Wie fühlt es sich an, so ohne Darmausgang? Wie funktioniert dann Verdauung? Möchte ich überhaupt verdauen, wenn an meinem anderen Ende ein Kopf angewachsen ist? Bis heute ist nicht klar, was uns diese Serie eigentlich sagen möchte.

3.) Die Simpsons

Man darf nichts gegen die Simpsons sagen, dann ist man nämlich „raus“. Sogar „sowas von raus“. Denn die Simpsons waren schon immer, quasi seit Anbeginn der Zeit. Über den ständig geänderten Vorspann der Serienfolgen wurden mutmaßlich Magisterarbeiten geschrieben, erwiesen ist zumindest, dass er bereits von namhaften Regisseuren inszeniert wurde. Eine ganze Weile galt es unter prominenten Kulturschaffenden und erfundenden Charakterene als große Ehre, in einer Nebenrolle aufzutauchen. Und so waren sie alle mal dabei, von Elvis Costello über die Ramones bis zu Mulder und Scully. Und Bart wird niemals älter…

Aber warum im Namen der Gründerväter von Springfield sind die alle GELB?!

4.) Doctor Snuggles

Gegen den promovierten Hauptdarsteller dieser britisch-niederländischen (!) Serie aus den späten 70ern verblassen sämtliche anderen fiktiven Doktoren der Weltgeschichte, von Faust bis Who. Denn sämtliche Gegenstände, Gebäude, Fahrzeuge und Pflanzen haben dort, wo der Doc haust, nicht nur Namen, sondern können meist auch sprechen. Bei Dachs Dennis kann man als fabelgestählter Zuschauer damit noch ganz gut umgehen. Beim „ängstlichen Fluss“ sieht die Sache schon anders aus.

Eine bunte Welt ist das, durch die Snuggles (Experten sagen übrigens „Schnaggels“) auf seinem Schirmchen Jefferson hüpft. Bisweilen ein bisschen zu bunt. Vielleicht haben die Produzenten zuviel starken Tee und selbstgedrehte Rauchwaren konsumiert. Woher kommt die Serie nochmal? Ach ja…

5.) One Piece

Monkey D. Ruffy ist beweglich wie Gummi, möchte ein Pirat sein und hat sich deshalb fast absichtlich ein Auge ausgestochen, wovon eine Narbe im Gesicht herrührt. Gemeinsam mit der Strohhutbande, der unter anderem ein grünhaariger Schwertkämpfer, eine Mischung aus Teddybär und Elch sowie ein Skelett mit der Frisur von Paul Breitner angehören, schippert er über ein riesiges Binnenmeer und sucht einen Schatz. Noch Fragen?

Willkommen in der Welt der Animes. Man muss schon eine große Portion für fernöstliche Fantasiegeschichten der Neuzeit mitbringen, um sich an Bord von „One Piece“ zu wagen. Und selbst dann gibt’s nicht viel mehr zu sehen als eine lieblos gezeichnete und schlecht animierte Seeräubermär, unnötig kompliziert erzählt und nur für hartgesottene Trickfilmfans und/oder durchschnittliche Zwölfjährige. Wer nur mal beim Zappen hängenbleibt, hält die Sache mit dem Auge plötzlich für gar keine schlechte Idee.