Das wird ein gutes Jahr!

sherlock-specialfinal885435Vorfreude ist die schönste Freude – da hat der Volksmund schon Recht. Aus diesem Grund haben wir mal ein paar Gründe zusammengestellt, sich auf 2016 richtig zu freuen. Es wird nämlich einiges geboten für Freunde der gepflegten Kino- und Fernseh-Unterhaltung…

1. Januar: Die BBC zeigt “Sherlock: The Abominable Bride”, das lang erwartete Special zur Serie, das offenbar in der Vergangenheit spielt.

4. Januar: Neues Futter für die Dauerrotation: ProSieben beginnt mit der Ausstrahlung der neunten Staffel von “The Big Bang Theory”. Bazinga! (Nein, das ist kein Witz.)

10. Januar: ZDFneo zeigt künftig immer sonntags “Schulz & Böhmermann”. Oder anders: Es wächst zusammen, was zusammengehört. Wurde auch Zeit.

14. Januar: Mit “Creed” wird tatsächlich die “Rocky”-Saga fortgesetzt (US- und Deutschland-Kinostart)!

21. Januar: “Legends Of Tomorrow” ist in Zukunft (!) beim US-Sender The CW zu sehen. Die Superhelden-Story ist im gleichen Serienuniversum angesiedelt wie “Arrow” und “The Flash” – DC mag es gern ein wenig kompliziert.

24. Januar: Auf Fox startet die Rückkehr von Mulder und Scully. “The X-Files” wird als Miniserie fortgesetzt, und wir sind ganz sicher: The truth is out there. Übrigens hat ProSieben Maxx angekündigt, die Folgen mit zwei Wochen Abstand auf Deutsch zu zeigen.

26. Januar: Einsfestival beginnt damit, die “Tonight Show” mit Jimmy Fallon in Deutschland auszustrahlen.

28. Januar: Quentin Tarantinos “The Hateful Eight” knurren auf deutschen Kino-Leinwänden.

5. Februar: “Pride And Prejudice And Zombies” läuft in den US-Kinos an, die Verfilmung des erfolgreichen Crossover-Romans “Stolz und Vorurteil und Zombies”. Ganz sicher nichts für Jane-Austen-Fans (Deutschland-Kinostart: 21. Mai)!

8. Februar: Der US-Sender AMC setzt die Ausstrahlung der sechsten Staffel von “The Walking Dead” fort. Wir sind überzeugt: Diese Geschichte läuft sich noch lange nicht tot.

11. Februar: In den amerikanischen und europäischen Kinos startet “Deadpool”: Ryan Reynolds gibt zum zweiten Mal den plappernden Söldner, der seine Maske aus guten Gründen trägt. Allerdings soll dieser Film zum ersten Mal der Comic-Vorlage gerecht werden.

18. März: Netflix setzt seine erfolgreiche Marvel-Serie “Daredevil” fort.

24. März: “Batman V Superman: Dawn Of Justice” läuft in den Staaten und Europa an. Der bislang letzte Trailer versöhnte viele mit dem geplanten Blockbuster, in dem sich die beiden Superhelden zunächst gegenseitig vermöbeln, um dann den Finsterlingen Saures zu geben. Aber eigentlich warten wir ja alle auf den “Justice League”-Film…

5. Mai: Mit “Captain America: Civil War” schlägt das Marvel Cinematic Universe zurück (US-und Deutschland-Kinostart). Die Geschichte und erste Trailer machen Hoffnung auf einen würdigen Nachfolger der beiden erfolgreichen Vorgänger.

19. Mai: Die amerikanischen und europäischen Superhelden-Fans bekommen “X-Men: Apocalypse” zu sehen. Hoffen wir auf ein Plus an Handlung im Vergleich zur jüngsten Episode. Und warum hat Nightcrawler noch immer diese Kringel im Gesicht..?

26. Mai: Wollten wir tatsächlich eine Verfilmung des Rollenspiel-Klassikers “WarCraft”? Die Trailer sahen eher nach Computerspiel-Zwischensequenz als nach dem “Herrn der Ringe” aus (US- und Deutschland-Kinostart).

24. Juni: Weshalb “Independence Day: Resurgence” in den Staaten nicht am Unabhängigkeitstag anläuft, weiß vermutlich nur Roland Emmerich. Ob die Blockbuster-Fortsetzung was taugt, kann im Kino überprüft werden (Deutschland-Kinostart: 14. Juli).

28. Juni: In Deutschland läuft “Bourne” an, die Fortsetzung der – richtig – “Bourne”-Reihe, diesmal wieder mit Matt Damon.

15. Juli: Die “Ghostbusters” sind zurück – zunächst nur auf amerikanischen Leinwänden. Die rein feminine Besetzung (u.a. mit Melissa McCarthy) stieß vorab nicht überall auf Begeisterung. Aber eine Chance haben die Geisterjägerinnen allemal verdient.

21. Juli: “Star Trek Beyond” schickt sich an, die US-Kinokassen klingeln zu lassen. Der Trailer war ja eher laut als mitreißend, aber da die Crew um Captain Kirk nun auch in der zweiten Zeitlinie endlich ins All aufbricht, darf man ruhig gespannt sein.

5. August: Mit dem “Suicide Squad” stellt DC dem US-Publikum seine Comic-Bösewichte vor – und zwar als (Anti-)Helden. Ob das klappt? Und was steckt hinter Jared Letos eigentümlichem Aussehen als Batmans Erzfeind Joker? (Deutschland-Kinostart: 18. August.)

23. September: Das Remake von “Die glorreichen Sieben” (unter anderem mit Denzel Washington und Chris Pratt) startet in den deutschen Kinos.

7. Oktober: Noch ein Held der “X-Men”-Reihe kehrt auf die US-Kinoleinwände zurück: Gambit, im ersten “Wolverine”-Solo-Abenteuer noch eine Randfigur. Baut da jemand heimlich das dritte Superhelden-Film-Universum auf?

4. November: “Sherlock” Benedict Cumberbatch gibt “Doctor Strange” (US-Kinostart) – das freut nicht für Anhänger des MCU, sondern auch jene der BBC (sorry)…

17. November: In den amerikanischen und europäischen Kinos läuft “Fantastic Beasts And Where To Find Them” an, weniger ein Prequel zu den Abenteuern von Harry Potter als mehr eine Art Bonus.

16. Dezember: Es geht weiter! In den amerikanischen Kinos startet “Rogue One: A Star Wars Story”, das sehnsüchtig herbeigesehnte Spin-Off zur erfolgreichen Reanimation der Kultreihe.

Außerdem nimmt Netflix Deutschland endlich die vierte Staffel von “House Of Cards” ins Programm auf, und Marvel hat (ebenfalls für Netflix) eine Reihe weiterer Serien angekündigt.

 

Mein Kinojahr 2015

Star-Wars-Force-AwakensWie im vergangenen Jahr habe ich mal die fünf Filme zusammengestellt, die mich am tiefsten in den Kinositz gepresst, am meisten gepackt oder berührt, mich also am nachhaltigsten beeindruckt haben. Das war in diesem Jahr gar nicht schwer, denn sonderlich viele Höhepunkte hatte es für Cineasten – trotz manch unterhaltsamer Blockbuster – nicht zu bieten. Hier sind sie also, die Handvoll Erinnerungen daran, warum ich das Kino liebe.

Die ersten zehn Minuten von “Spectre” sind schlicht grandios, aber dann treten alle Beteiligten derart massiv auf die Bremse, dass nicht zuletzt “Skyfall”-Fans zurecht enttäuscht sind. Also muss ein anderer Superspion die Kohlen aus dem Feuer holen, wenn 007 schwächelt. Bloß wer? Die Models aus “Codename U.N.C.L.E.” sind raus, denn Regisseur Guy Ritchie hat den Groove verloren. Stattdessen übernehmen die Newcomer aus Kingsman: The Secret Service. Derart bunt und brutal, unterhaltsam und unverfroren wurde das Genre des Agentenfilms noch nie gleichzeitig parodiert und erneuert. Gut, dass eine Fortsetzung inzwischen als gesichert gilt.

Im Marvel Cinematic Universe läuft noch immer alles nach Plan. Nach wie vor leistet sich der Comic-Gigant mit seinen Leinwandabenteuern keinen nennenswerten Patzer. Zwar wurde Avengers: Age Of Ultron nicht ganz so gespannt erwartet wie der längst legendäre erste Film um Iron Man, den Hulk und ihre zänkische Truppe. Und auch die Begeisterung war etwas gedämpfter. Aber das ist alles sehr relativ – wir reden hier immer noch über große Unterhaltung, über perfektes Popcorn-Kino und einen der erfolgreichsten Streifen aller Zeiten. Man kann fast nur in Superlativen davon schwärmen. Und doch: Etwas mutiger dürfte es in Zukunft wieder zugehen, wenn die Comichelden zum Leben erweckt werden…

…etwa wie in Ant-Man, dem zweiten MCU-Film dieses Jahres. Der will deutlich weniger und schafft dadurch etwas mehr. Hier wird zwar nicht die Welt gerettet, dafür gibt es aber auch mehr als rasant inszeniertes Getöse. Nämlich eine stringent erzählte Handlung, reichlich Spannung, genug Humor und vor allem charismatische Hauptdarsteller: Paul Rudd ist die perfekte Besetzung für den sympathischen Ganoven Scott Lang, der eher unfreiwillig zum Superhelden wird, und Michael Douglas gibt erfreulich zurückgenommen seinen Mentor und Vorgänger Hank Pym. Nicht selten fühlt man sich – von den gewohnt beeindruckenden Spezialeffekten abgesehen – in die glorreichen 80er zurückversetzt, als Kino noch Unterhaltung für die ganze Familie bedeutete. Das hat in diesem Jahr nur ein weiterer Film geschafft, aber dazu kommen wir noch.

Erstmal zeigen uns zwei alte Haudegen, wie man einen richtigen Actionfilm macht. Mad Max: Fury Road wartete mit Regisseur George Miller (70), dem Erfinder der Hauptfigur, und Kameramann John Seale (73) auf. Und die beiden großen alten Männer hielten sämtlichen Nachfolgern mal schön die Faust vors Kinn. Beziehungsweise den Mittelfinger vor die Nase. Eine schweißtreibende Tour de force gelang ihnen, zum Großteil handgemacht und in allen Belangen erfrischend old school. Es riecht nach Blut, Schweiß und Benzin, wenn der irre Ex-Cop Max (diesmal verkörpert von Tom Hardy) und die knallharte Amazone Furiosa (Charlize Theron) durchs kaputte Australien brettern. Besser geht so etwas einfach nicht. Mit der Betonung auf “einfach”.

Ihr ahnt es schon: Mein persönlicher Film des Jahres ist selbstverständlich Star Wars: Das Erwachen der Macht. Ich war nicht besonders skeptisch, als ich den Kinosaal betrat, denn J.J. Abrams hat mit seinem (nicht unumstrittenen) “Star Trek”-Reboot bereits bewiesen, dass ihm Schlachten im All näher sind als philosophische Exkurse. Und so saß ich erwartungsgemäß 135 Minuten breit grinsend da, hatte Pipi in den Augen und ein freudig klopfendes Herz angesichts des Phänomens, das der Mann zu neuem Leben erweckt hatte. Ich bin “Star Wars”-Fan seit meinem sechsten Lebensjahr, ich liebe die Original-Trilogie über alles, kann mit den Prequels gut leben und praktisch jeden Dialog mitsprechen. Und nun läuft endlich wieder ein Film im Kino, der aussieht, sich anhört, der sich verdammt nochmal anfühlt wie “Star Wars”! Es gibt neue Helden, die man sofort ins Herz schließt. Es gibt alte Helden, die man dort für immer bei sich trägt. Es gibt eine packende Geschichte, jede Menge Reminiszenzen an die gute alte Zeit und einige Versprechen für eine gute neue. Ich habe mich mehr als zwei Stunden lang ganz ohne Zynismus gefreut wie ein Kind. Und kann die nächsten Episoden kaum erwarten.

Mein Krieg der Sterne

2000px-Star_Wars_Logo.svgIch weiß, dass Darth Vader Luke Skywalkers Vater ist. Ich weiß, dass Darth Vader seltsam schwarze Kleidung trägt und offenbar kein Gesicht hat. Außerdem schnauft er beim Sprechen. Das habe ich mal aufgeschnappt, als jemand den Satz “Ich bin dein Vater, Luke” in einem Gespräch mit einem anderen Star-Wars-Fan atmete, sehr laut atmete. Luke ist auf irgendeine Weise verbandelt mit Leia. Die Schreibweise dieses Namens kenne ich, weil Bekannte ihre Tochter Leia nannten und ich fragte, wie sie darauf gekommen seien. Es gibt irgendeine Figur, die Probleme mit der Grammatik hat. Wird sie zitiert – mir fällt der Name gerade nicht ein – dann weiß ich, es dreht sich um Star Wars, aber die Figur kenne ich nicht. Es muss irgendeinen Todesstern geben, der als Lego-Teil Fantastilliarden kostet und auf den Wunschlisten offenbar ganz oben steht. Stormtrooper habe ich auch schon mal gesehen. Ein Facebook-Freund hat dieses Kostüm und trägt das gerne mal an Halloween. Ich weiß sogar, wie Lichtschwerter aussehen – ich habe aber keine Ahnung, wer sie zu welchem Zweck und wann nutzt. Ja, und das ist genau alles, was ich über Star Wars weiß. Abgesehen vielleicht noch von der Tatsache, dass die Prequels nach den Sequels gedreht wurden und offenbar eher scheiße sind.

Nun ist die Entscheidung aber gefallen. Geliehen habe ich mir die drei ersten Teile, also die zuletzt gedrehten, bei Markus, und liegen sie jetzt bereits seit Wochen im Regal. Ich habe einfach keinen Anfang gefunden. Einfach, weil schon so viele schrieben, wie schlecht Teil I sei. Mit den Scheiben vor der Nase saß ich da und fragte mich ohnehin, in welcher Reihenfolge ich sie jetzt überhaupt in den Player schieben sollte. Erst die “alten” Filme? Erst die Prequels? Oder doch nicht? Ich befragte die Facebook-Community hierzu und bekam neben den zwei üblichen Antworten (chronologische Reihenfolge war die erste, erst IV bis VI und dann die ersten drei Teile war die zweite) noch eine interessante dritte Variante zu hören: Ich sollte erst die Teile 4 und 5 schauen, dann 2 und 3 und schließlich 6. Teil 1 sollte ich mir schenken. Während die eingefleischten Fans von dieser Idee total verzückt waren, verstand ich natürlich nur Bahnhof. Und legte die Scheiben frustriert wieder weg.

Da jetzt aber der siebte Film in den Kinos läuft, habe ich mir erneut vorgenommen, meine Wissenslücke endlich zu schließen. Jetzt geht es also los. Und zwar in der chronologisch korrekten Reihenfolge. Markus, der immer wieder gerne mal spoilert, gab mir vor einigen Minuten noch folgenden Hinweis mit auf den Weg: “Es gibt eine Sache, von der ich Dir gerne sagen würde, dass Du sie in den Prequels ignorieren solltest, aber ich will Dich ja nicht spoilern.” Und gerade legte er noch einmal nach: “Es gibt ja einiges, das Fans an Episode I bis III kritisieren. Aber eine Sache, bei deren negativer Beurteilung sich alle so einig sind, dass ich sicher bin, sie wird in allen künftigen Filmen totgeschwiegen. Nur soviel Kryptisches: Man muss einfach nicht ALLES erklären.” Ich bin gespannt, was das sein wird.

Episode I

Ich bin überrascht. Der Film ist erstaunlich unterhaltsam. Ich mag Liam Neeson und ich mag den kleinen Anakin Skywalker. Leider verstehe ich den Plot nicht. Irgendwas mit einer Blockade wegen Handelszöllen (sorry, aber diese dämlichen Texttafeln laufen einfach zu schnell durch), einer beängstigend blassen Königin, die sich um ihr Volk sorgt, weil das anscheinend plötzlich verhungert, und dann sind da noch Gestalten in schwarzen Umhängen. Sith vernehme ich an einer Stelle. Ich nehme mir vor, mir das unbedingt zu merken. Eventuell brauche ich das noch. Die Figur mit dem roten Gesicht, die später Liam Neeson erschreckend leicht umnietet, erinnert mich an Darth Vader. Den kenne ich ja schon von diversen Merchandise-Artikeln. Schwarzer Umhang, Probleme mit den Bronchien, meistens schlecht drauf. So mein Eindruck.

Schon beim Gucken frage ich mich, ob dieser Handels-Plot jetzt irgendwie für die Gesamtgeschichte wichtig ist. Ich befürchte, dass es nicht so ist. Die Geschichte ist quasi Mittel zum Zweck, um Anakin Skywalker einzuführen. So meine Vermutung. Eventuell werde ich bei Teil II eines Besseren belehrt.

Dennoch kann ich all den Fans nicht zustimmen. Ich finde den Film nicht schlimm, langweilig oder entbehrenswert. Ich fühle mich gut unterhalten – und das, OBWOHL ich eigentlich die Story gar nicht verstehe.

Absolute Minuspunkte gibt es für die unglaublich billigen Effekte und für die noch billigeren Überblendungen, die mich extrem an die 70er-Jahre erinnern. Ich google zwischendurch sogar, wann der Film rauskam, um mich zu vergewissern, dass ich nicht im falschen Jahrzehnt gelandet bin. 1999. Da bin ich baff. George Lucas hat mit den “Swipes” wirklich alles abgeschossen. Selten sowas Schlechtes gesehen. Das Gleiche gilt für die Effekte und die Animationen. Bei der Schlacht im Teletubbie-Land (ich habe den Namen der Rasse vergessen, die unter Wasser lebt, aber ich weiß, dass Jar Jar Binks zu ihnen gehört) fühle ich mich zeitweilig, als wäre ich in Wunderland, allerdings ohne Alice. Und immer wirkt es eben ein bisschen so, als würden gleich Dipsy, Tinky-Winky, Po und Laa-Laa um die Ecke gucken und winken. Teilweise schmerzt mich das vor Fremdscham so sehr, dass ich weggucken muss.

Einen weiteren Minuspunkt gibt es für das unendliche In-die-Länge-ziehen dieses Rennens. Muss das SO lang sein? Es ist doch ohnehin schon gleich klar, dass der Hauptkontrahent bis zum Schluss der größte Gegner bleiben würde, dass er vorher an Anakins Renner rummanipulieren und am Ende kurz vor dem Ziel ausscheiden würde. Bei sowas gibt es keine Überraschungen. Sowas kann man definitiv auch in drei Minuten erzählen. Wären wenigstens die Effekte gut.. naja.

Außerdem ist Jar Jar Binks unerträglich. Er ist keine 20 Minuten auf dem Schirm, da verspüre ich erstmals das Bedürfnis, ihn an seinen langen Ohren über ein Nagelbrett zu ziehen. Diesen Idioten, der dank seiner Doofheit die Welt rettet, muss es immer geben, oder? Ist das so eine Art Adam Sandler als Star-Wars-Maskottchen?

Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Episode II

Zur Episode II mein Fazit, bevor ich einfach kommentarlos einige meiner Kommentare während des Guckens drunterkopiere:

Der erste Film hat mir besser gefallen. Das war jetzt schon sehr dick aufgetragen. Die Schlacht in der Arena, Menschen, die sich, während sie um ihr Leben kämpfen, noch flapsig unterhalten. Verfolgungsjagden durch die halbe Galaxie… naja. Und dann noch diese unfassbar schlechten Effekte. Super Mario auf dem Fabrik-Fließband, eine Frau, die einen Mann heiratet, den sie kannte, als er quasi sechs Jahre alt war, während sie sich gar nicht verändert und nicht mal ansatzweise altert. Da komme ich nicht mehr mit. Das ist für mich gar nicht mal Science Fiction, sondern mehr Fantasy. Ja, auch Science-Fiction, aber viel zu viel Fantasy.

Hier einige meiner Live-Kommentare während des Schauens:

  • Die Anfangssequenz mit dieser Verfolgungsjagd ist ja cool gemacht, da gibt es nix. Wobei ich direkt an “Das 5. Element” dachte. Da habe ich sowas erstmals gesehen.
  • Oh Gott, noch mehr schlecht animierte Viecher?
  • Kamino sieht aus wie aus einem Comic-Buch abgepaust, hahaha
  • Bisschen langweilig gerade *gähn* Anakin sucht seine Mutter, Obi-Wan verfolgt Django Fett. Vielleicht muss ich auch einfach ins Bett. Eben sind mir schon mal die Augen zugefallen.
  • Oh, Christopher Lee. Eventuell gucke ich doch noch zehn Minuten.
  • Sind die Klone jetzt für die Separatisten oder die Republik? Ich raffe es nicht. Dieser Fett-Typ war an der Klon-Entstehung beteiligt, konspiriert aber mit den Separatisten? Mir ist das alles zu verworren.
  • Hahaha, und jetzt sind wir mitten in einem Super-Mario-Spiel. Könnte auch MarioKart sein. Fehlt nur noch die Bananenschale. Padme muss auf einem Laufband durch schnell herabfallende Stempel springen. Geil.
  • Die Szene mit C3PO ist allerdings sehr witzig. Erst kriegt er den Kopf abgeschlagen, der landet dann auf einem Druiden-Körper und sein Körper bekommt einen falschen Kopf und er kommentiert es mit “I am so confused”.
  • Was zur Hölle ist das denn für eine Spielzeugfabrik für Riesen-Kinder?

Und später in der Arena:

  • Hübsche Tierchen
  • Asterix und Obelix fehlen noch. Nein, Moment, Obi-Wan und Anakin SIND Asterix und Obelix!
  • C3PO saves the day! “This is a terrible mistake.” “Die, Jedis, die. Oh, what did I say?”
  • Christopher Lee flieht auf einem fliegenden Roller – ohne Helm!

Man liest sicher schon: Ich gehe da mit einer gehörigen Portion Abstand ran. Ich bin ja kein Fan und habe diese Filme noch nie gesehen. Die Schlacht in der Arena am Ende war einfach zu viel. Vielleicht auch deshalb, WEIL sie so schlecht gemacht war. Wenn ich an jedem Pixel erkenne, dass die Tiere aus dem Computer kommen, kann ich es noch weniger ernstnehmen als ohnehin schon. Und als Star-Trek-Fan bin ich wirklich einiges gewohnt!

Außerdem verstehe ich wie schon in Teil I den Plot nicht. Worum geht es eigentlich? Es wirkt teilweise, als hätte man zwanghaft eine Geschichte um die Figuren herumkonstruiert, damit diese dann daran entstehen und wachsen können, weil sie ja offenbar für die späteren Filme wichtig sind. Ich bin teilweise inhaltlich wirklich überfordert, manches geht auch zu schnell.

Episode III

Wow! Nach 20 Minuten weiß ich bereits: Das ist mein Lieblingsteil dieser Trilogie. Welch ein Tempo da vorgelegt wird. Die Schlachtszenen aus dem All sind großartig. Hier sind die Effekte deutlich besser als in den Vorgängern. Ich bin total gefesselt und freue mich wie ein kleines Kind auf diesen Film. Nach 40 Minuten habe ich noch kein einziges Mal vor Fremdscham, Langeweile oder Ärger geöchzt. Ich bin immer noch total gebannt. Und Padme äußert hier schon etwas, das mich seit Beginn des Films, als der Kanzler Anakin quasi nötigt, Dooku zu töten, beschäftigt und gedanklich umtreibt: “Was, wenn die Republik eben zu jenem Bösen geworden ist, das wir bekämpfen wollen?” Ja, so ist es wohl. Ich habe ein bisschen Angst um Anakin. Und denke mir… wenn die Frau wirklich bei der Geburt sterben sollte, dann ist der Jung’ verloren. Mir ist seit Teil II, als Anakin seinen Arm verliert, klar, dass er zu Darth Vader wird. Ich weiß nur noch nicht, wieso und wie. Doch spätestens hier fallen ein paar Groschen. Ich frage mich zwar zuerst, wie er denn der Auserwählte für die Jedi sein soll, wenn ihn Hass und Zorn innerlich eigentlich zerfressen, aber ich warte mal ab. Dann wiederum wundere ich mich, dass Yoda offenbar etwas ahnt, aber nicht einschreitet? Wieso nicht? Und kurz darauf geht mir auf: Anakin wird böse, um Padme zu retten, damit er sich nicht verliert bzw. verlorengeht.

Zum ersten Mal verstehe ich den Plot. Ich habe mehr als nur eine Ahnung, was hier eigentlich vor sich geht. Was ich nicht ahne: dass der Kanzler ein Sith-Lord ist. Als mir das deucht – erstmals, als Anakin den Kanzler besucht und der in einem komplett schwarzen Raum sitzt (war vielleicht etwas SEHR auffällig, Herr Lucas) – stöhne ich dann doch mal kurz auf.

Dann tauchen erstmals diese haarigen Riesenmonster auf, die ich von den Postern kenne. Mein spontaner Kommentar: “Huch, sehe ich da zum ersten Mal das haarige Riesentier, mit dem Gillian Anderson letztens gekuschelt hat? Hab mich schon gefragt, wann der auftaucht. Oh, VIELE haarige Riesentiere.”

Dann gibt es noch eine gruselige Szene. Als Anakin Padme Bericht erstattet. Denn so wie Anakin das Geschehen gegenüber Padme darstellt, gibt das fast Sinn. Wie gruselig. Und wie verblendet der ist. Mir tut er leid. Ich weiß gar nicht wohin mit meinem Mitgefühl. Und dann dieses Paradoxon. Zu Beginn hat Anakin Visionen von Padmes Tod – dass diese Wahrheit werden, tritt vermutlich ja nur dadurch ein, DASS er den Weg zur dunklen Seite beschritten hat. Wie ironisch, wie bitter.
Die Schlacht im, am und um das Feuer ist mir dann doch etwas zu viel des Guten. Das sieht unrealistisch aus, das gefällt mir nicht, das ist wirklich einfach zu viel. Und obwohl ich jetzt weiß, dass Darth Vader (der für mich übrigens immer Anakin bleiben wird) Luke Skywalkers Vater ist, bin ich doch immer noch sehr gespannt, wie er das erfährt und wieso. Ich kann es kaum abwarten, Teil IV einzulegen.

Adventskalender: 24. Dezember – Das Überraschungspaket

Heiligabend ist da! Wir wünschen euch alle schöne, ruhige und besinnliche Feiertage im Kreise eurer Lieben. Lasst es krachen, singt, schlaft, tauscht Geschenke, schlagt euch die Bäuche voll, lacht, genießt die Zeit miteinander und werdet euch bewusst, dass ihr da gerade gemeinsam sitzt. Wer alleine feiert, dem wünschen 1418356_10208446173537938_931029158_nwir natürlich ebenfalls eine gute Zeit.

Heute, am letzten Tag des Adventskalenders, lassen wir es ein bisschen krachen. Wir haben hier eine Kiste mit 59 DVDs stehen, die aus einer DVD-Sammlungsauflösung stammen. Zehn davon verschenken wir. Die ersten zehn Sitzkartoffeler, die auf unserer Facebook-Seite einen Kommentar unter dem Posting des 24. Dezember hinterlassen (oder hier unter dem Artikel), bekommen eine dieser Scheiben zugeschickt. Das ist natürlich purer Zufall, es dürfen keine Wünsche geäußert werden und die Sammlung ist nicht die allergeilste. Das nur als Hinweise!

Frohe Weihnachten!

Adventskalender: 23. Dezember – Der fliegende Ferdinand

Die Geschichte ist so absurd, dass man zu Beginn nicht so recht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Eigentlich ist es wohl eine Kinderserie, doch nach wenigen Folgen können auch die Erwachsenen nicht mehr wegschalten. Der Klappentext spricht für sich:

Auf dem Weg in die Schule passiert Ferdinand Trenkel etwas Unglaubliches: Er wird von einem Meteoriten eingesogen und befindet sich plötzlich auf dem Planeten der Blumen. In die Schule kommt er nach diesem aufregenden Erlebnis natürlich zu spät. Die Lehrerin Frau Knobloch glaubt ihm kein Wort seiner Entschuldigung, und da Ferdinand zudem beim Mogeln mit einem merkwürdigen Hörgerät erwiDer fliegende Ferdinandscht wird, bittet sie seinen Vater zu einem ernsten Gespräch ins Lehrerzimmer. Doch Ferdinand weiß sich zu helfen: Von seinem Ausflug hat er nämlich zwei Blumen mitgebracht. Riecht er an der einen, kann er fliegen. Riecht er an der anderen, wird er erwachsen und sieht haargenau aus wie sein Vater Bernhard Trenkel, der Hausmeister des “Instituts zur Perfektionierung der Menschheit”. Dank der Zauberblumen kann Ferdinand als sein eigener Vater zur Lehrerin gehen und sich schließlich sogar das Hörgerät zurückholen. Für Ferdinands Vater beginnt allerdings eine stressige Zeit – denn er begegnet immer öfter seinem Doppelgänger. Bald zweifelt der arme Herr Trenkel sogar an seinem Verstand. Das Chaos ist perfekt, als auch Ferdinands Lehrer, der freundliche Philip Janda, auf dem Planeten der Blumen landet und von dort Samen für weitere Zauberblumen mitbringt. Philip möchte die Blumen, die unter anderem Krankheiten heilen und klug machen, zum Wohle der Menschheit einsetzen. Doch leider beobachtet auch der neugierige Friseur Blecher die wundersame Wirkung der Zauberblüten. Kurzerhand stiehlt der habgierige Blecher die Blumen, damit er und seine Familie es zu Reichtum und Anerkennung bringen. Ferdinand und seine Freunde haben bald alle Hände voll zu tun, um das Schlimmste zu verhindern..
Wer mit diesem Klassiker aus Tschechien aufgewachsen ist, wird sich jetzt mit einem Schmunzeln an diese Reihe erinnern. Wer es nicht kennt, sollte die 9 Euro investieren und sich ein absolut irres Abenteuer der 80er-Jahre auf DVD zulegen und sich ansehen. Am besten natürlich über die Feiertage, aber das dürfte mit den Online-Versendern etwas knapp werden.

Die DVD mit allen Folgen gibt es bei Amazon für 8,99 Euro. Bei JPC ist die Box derzeit für 7,99 Euro im Angebot.

Adventskalender: 22. Dezember – Feuer und Eis

Feuer und EisNein, es geht an dieser Stelle nicht um Willy Bogners gleichnamigen Stuntfilm, auch nicht um die ähnlich betitelte Komödie “Feuer, Eis & Dosenbier”, nicht einmal um “Das Lied von Eis und Feuer” (also “Game Of Thrones”), obwohl wir uns im gleichen Genre bewegen. “Feuer und Eis” , der im Original wenig überraschend “Fire and Ice” heißt, ist ein Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1983 und wird in manchen Kreisen fast kultisch verehrt. Er erzählt die klassische Fantasy-Geschichte vom Helden, der seine große Liebe rettet, vom Kampf der guten gegen die bösen Mächte, von unheimlichen Monstern und mächtigen Kriegern.

Ralph Bakshi (bekannt durch die Trickversion von “Der Herr der Ringe”) und Comic-Legende Frank Frazetta zeichnen für die Optik verantwortlich. Manches wirkt aus heutiger Sicht nicht mehr ganz politisch korrekt, anderes deutlich antiquiert, aber für einen unterhaltsamen Abend taugt der Film allemal. Und stilprägend ist er sowieso.

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Adventskalender: 21. Dezember – Akte X

Dana Scully, Fox Mulder, ein Kettenraucher, ein Syndikat, Außerirdische – was absurd klingt, wurde vor über 20 Jahren zu einer Erfolgsgeschichte, die teilweise heute noch ihresgleichen sucht. Akte X hat zwischen 1993 und 2002 eine unglaublich große Fangemeinde aufgebaut. So groß und so fordernd, dass die beiden FBI-Agenten im Januar auf den Bildschirm zurückkehren, um da weiterzumachen, wo sie 2008 nach dem letzten Film aufgehört haben.

71OJLfmsc7L._SL1500_Doch bevor Scully und Mulder nach vielen Jahren der Abwesenheit mit neuen Folgen wieder über unseren Bildschirm flimmern, haut Fox endlich das raus, worauf viele Fans von Akte X seit nicht wenigen Jahren warten: Die komplette Serie mit allen neun Staffeln erscheint heute in Deutschland auf Blu-Ray. Für einen unschlagbaren Preis von 129,99 Euro. Wer alle 202 Folgen schon auf VHS oder DVD im Regal hat, wird sich fragen, ob er diese Box denn wirklich braucht. Ja, tut er. Die Folgen der ersten Staffeln liefen zwar im 4:3-Format über den Bildschirm, wurden aber schon damals im 16:9-Format aufgenommen. Die neue HD-Qualität ist unfassbar und macht die Schulterpolster, Karosakkos, Telefonzellenhandys und Minicomputer mit dickem Röhrenbildschirm der ersten Staffeln erträglich.

Adventskalender: 20. Dezember – Ist das Leben nicht schön?

Okay, okay, heute ist der vierte Advent, und wir strecken die Waffen: Statt eines bösen Weihnachtsfilms empfehlen wir heute mal einen netten. “Ist das Leben nicht schön?” (1946) ist möglicherweise so etwas wie der Film zum Fest schlechthin. Nicht umsonst planen sogar die Protagonisten in “How I Met Your Mother”, sich ihn im Kino anzuschauen, als es auf Weihnachten zugeht.

Ist das Leben nicht schön

Sie ist aber auch einfach zu rührend, die Geschichte von George Bailey (James Stewart), der seinen Lebensmut verliert und sich wünscht, gar nicht da zu sein. Ein Engel (Henry Travers), der sich seine Flügel verdienen muss, zeigt ihm, dass auch er wichtig für andere ist. Und am Ende wird – Spoiler-Alarm! – selbstverständlich alles gut. Da darf man ruhig mal vor der Glotze seufzen.

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Adventskalender: 19. Dezember – Unten am Fluss (Film & Roman)

Watership DownRichard Adams’ “Unten am Fluss” (Originaltitel: “Watership Down”) ist die etwas andere Fantasy-Geschichte: Statt um schwertschwingende Helden im Kampf gegen feuerspeiende Drachen geht es um… Kaninchen. Wer nun glaubt, die Erlebnisse einer Nagetiersippe seien putzig oder lustig, sollte umdenken. Was unten am Fluss passiert, ist nichts für Kinder, auch wenn der Roman als Trickfilm umgesetzt wurde. Die Story ist düster, komplex und durchaus blutig.

Es empfiehlt sich, zu beidem zu greifen – zum Buch und zur Verfilmung. Zumal die Geschichte in jeder Form bereits relativ günstig zu haben ist.

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Adventskalender: 18. Dezember – Modern Family

Wer bisher “Modern Family”51UJPbAufsL noch nicht gesehen hat, sollte es tun. Die Macher von “Modern Family” betrachten die Serie als “Mockumentary”, irgendwie ist sie aber auch ein bisschen Sitcom – und sie kommt ganz ohne künstliche Lacher vom Band aus. Außerdem ist die Show definitiv was für Weihnachten. Aus einem einfachen Grund: Am Ende jeder Folge fühlt man sich gut, geht mit einem positiven Gefühl in die Welt und ist sicher, dass doch alles überhaupt nicht so schlimm ist.

Zu insgesamt acht Staffeln hat es die Serie inzwischen geschafft. Oberhaupt der Familie ist übrigens Ed O’Neill, der sich als Jay Pritchett mit seinem schwulen Sohn Mitch und seiner Tochter Claire die Bildschirmminuten teilt. Zu den witzigsten Charakteren gehören der hypersensible elfjährige Manny (Sohn von Jays zweiter Frau Gloria) und Mitchs Lebensgefährte Cameron.

Die erste Staffel gibt es derzeit bei Amazon für 9,99 Euro. Mit 23 Folgen gehört die Serie noch zu den “Longplayern”. Reingucken lohnt sich!