Vorwärts in die Vergangenheit: „Looper“

LooperHätte ich nicht gedacht: Ein Film, den ich so gar nicht auf der Liste hatte, entpuppt sich als einer der besten dieses Jahres – und vielleicht sogar als der cleverste. Das liegt in erster Linie am komplexen, doch immer durchdachten Drehbuch, aber natürlich auch an der relativ straffen Inszenierung und den teils beeindruckenden Darstellern.

Joseph Gordon-Levitt (mit Maske) und Bruce Willis (mit Falten) spielen den Killer Joe. Im Jahr 2044 arbeitet er als so genannter „Looper“, dessen Aufgabe es ist, aus der Zukunft geschickte Opfer zu erschießen, damit diese 30 Jahre später quasi verschwinden. Seine Befehle bekommt der drogenabhängige Einzelgänger von Gangsterboss Abe (Jeff Daniels), der aus besagter Zukunft gekommen ist, um die Looper zu kontrollieren. Wird der Loop geschlossen, also die Karriere eines Auftragsmörders beendet, ist das Opfer er selbst – sprich: sein drei Jahrzehnte älteres Ich. Ab diesem Zeitpunkt wissen die Looper, dass ihnen noch genau 30 Jahre bleiben, ehe sie in die Vergangenheit geschickt und von sich selbst umgebracht werden. Joes Problem: Seine ältere Version lässt sich nicht einfach abknallen, sondern hat eine Mission.

Verwirrt? Keine Sorge, wer sich zwei Stunden auf diese verschachtelte Zeitreise-Geschichte einlässt und nicht nur Augen und Ohren, sondern auch ein wenig Hirnschmalz bemüht, hat keine Probleme, der Handlung zu folgen. Und wird zudem belohnt mit einer packenden Mischung aus Film noir, Dystopie und Schauspieler-Kino. Wichtigster Rat: Vermeidet Spoiler! Auch hier steht kein weiteres Wort zur Story, die mit überraschenden Wendungen nicht geizt.

Rian Johnson, der bislang unter anderem eine Folge von „Breaking Bad“ inszeniert hat und bei „Looper“ für Regie und Drehbuch verantwortlich zeichnet, gelingt es scheinbar mühelos, die einzelnen Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen und auf einen furiosen Showdown hinzuarbeiten. Gordon-Levitt schafft es, wegen (oder trotz?) aufwändiger Maskierung, Willis‘ charakteristische Mimik zu kopieren. Der alte Haudegen selbst nimmt sich auffallend zurück und überlässt den jüngeren Stars die Leinwand. Neben dem Hauptdarsteller ist das Emily Blunt, die sich mit Mut zu Schmutz und Schweiß erfolgreich gegen ihr Püppchen-Image stemmt.

„Looper“ ist kein Actionfilm, er ist streng genommen auch keine richtige Science fiction. Aber er ist ein Klasse-Thriller, der seine Zuschauer in die Kinositze drückt und sogar notorische Popcorn-Fresser davon abhält, raschelnd in die Tüte zu greifen – oder zu atmen. Vor allem aber bleibt er hoffentlich kein Geheimtipp.

Dafür gibt’s glänzende neun von zehn illegal verdienten Silberbarren.

Schlicht statt ergreifend: „Schutzengel“

SchutzengelLuna Schweiger hat doppeltes Pech. Ihr Vorname passt auf traurige Weise zu ihrer Physiognomie, und sie hat das überschaubare Schauspieltalent ihres Vaters geerbt. Der wiederum zerrt ja gerne mal seine Töchter vor die Kamera.

Was die Menschen vor der Leinwand angeht – da ist Til Schweiger deutlich wählerischer. Statt den Pressefuzzis sein neues Meisterwerk (so heißen etwas teurere deutschsprachige Filme grundsätzlich) „Schutzengel“ vorab zu zeigen, jettete der Meister (…) lieber nach Afghanistan. „Grund dafür sind die schlechten Erfahrungen, die er in der Vergangenheit mit anderen Journalisten erfuhr“, weiß die Wikipedia. Da fragt man sich die Frage, was passiert, wenn nicht nur die arroganten Schreiberlinge etwas zu kritisieren haben, sondern möglicherweise auch andernorts mürrisches Gemurmel laut wird – im Kinosaal gar. Droht dann ein Bundeswehreinsatz im eigenen Land? Denn unsere Mädels und Jungs an der Front sind auf Schweigers Seite, daran lässt das, was in den vergangenen Wochen einen klassischen Trailer für „Schutzengel“ ersetzte, keinen Zweifel. Wie einst die Monroe und heute gern etablierte US-Konsensrocker bespaßte Schweiger die Truppen am Hindukusch. Die dankten es ihm mit wohlwollenden Äußerungen wie: „Es hat gut widergespiegelt, wie es wirklich hier unten auch ist.“ Vorab: Schweigers aktueller Film behandelt keineswegs „das Thema der Kriegsrückkehrer aus Afghanistan“ (nochmal Wikipedia), sondern ist ein inhaltlich schlichter Thriller und spielt noch dazu in Berlin und Brighton (!).

Es geht um das Mädchen Nina (genuschelt vom Mädchen Luna), das in den ersten fünf Filmminuten miterlebt, wie Heiner Lauterbach (als Heiner Lauterbach, der als Waffenhändler bezeichnet wird) ihrem zaghaften Flirt mit einem Hotelangestellten durch ein, zwei Pistolenkugeln ein Ende macht. Kurz darauf sitzt die traumatisierte (so wird behauptet) Mordzeugin zunächst auf einem klischeehaften Polizeirevier – inklusive engagierter Staatsanwältin (Karoline Schuch) und saufendem Chef (Herbert Knaup) -, dann in einem Versteck, wo sie von zwei Cops (Bitte nicht „Bullen“ – das hier ist ein Thriller von internationalem Format!) bewacht wird. Diese sind knallhart, aber herzensgut, daran lassen die Gesichtsausdrücke der unterforderten Hannah Herzsprung und des vermutlich erleichterten Axel Stein keinen Zweifel. Kaum kommt der dritte Beschützer (Til Schweiger – wurde auch Zeit) hinzu, sprengen auch schon die bösen Buben die Appartmenttür, und es darf einige Minuten lang geballert werden, wie John Woo und Quentin Tarantino es auch deutschen Filmemachern beigebracht haben.

Der Rest der Geschichte ist ebenso überraschungsarm wie schnell erzählt: Max – so der Name des heldenhaften Haudraufs mit dem starren Blick – bringt die potenzielle Kronzeugin durchs Sperrfeuer der sinistren Schergen von Waffenverkäufer Backer. Unterwegs treffen sie in einer Art Nummernrevue auf mehr oder minder bekannte Gesichter aus Film und (häufiger) Fernsehen, darunter Oliver Korittke, Ralph Herforth, Fahri Ögün Yardim und Antoine Monot jr., deren Gastrollen mit Bezeichnungen wie „falscher Polizist“ oder „Polizist“ versehen wurden. Unterstützt wird das „ungleiche Duo“ (Rezensentensprech) von Max‘ Ex – der Staatsanwältin – sowie seinem besten Freund und Kriegskameraden Rudi (gespielt von Moritz Bleibtreu – der im Übrigen der einzige ist, der sich dieses Verb redlich verdient hat). Dem fehlen seit einem gemeinsamen Einsatz in Afghanistan (aha!) zwar Unterschenkel und Füße, dafür beweist er Standfestigkeit (‚tschuldigung!), wenn es darum geht, in einer Feuerpause den allenfalls angedeuteten Charakter der Hauptfigur zu erläutern. Max, so erfahren wir gähnend, ist ein dufter Typ, hat seinem Kumpel sogar das Leben gerettet, nachdem er ihn zuvor in ein Himmelfahrtskommando geführt hatte. Während Rudi in der östlichen Provinz den Späthippie gibt und Kekse futtert, zelebriert Mäxchen seither bei jeder sich bietenden Gelegenheit seine Narben an Körper und Seele. Nämlich immer dann, wenn die Kamera läuft.

Es folgen öde Kämpfe, klassisch strukturierte Humoreinlagen, schlimme Trivialdialoge („Ich seh‘ dich auf der anderen Seite“) und einschussgroße Logiklöcher, ehe alles in einen nach zwei Dritteln schlicht abgehackten Showdown mündet und das glückliche Ende seltsam langatmig die Überlebenden vereint.

Ist nun wirklich alles schlecht am „Schutzengel“? Nein (und ich kann selbst kaum fassen, dass ich das schreibe). Wer eine etwas hausbackene Variante US-amerikanischer Krimiklischees erwartet, wird sicher nicht enttäuscht. Bleibtreu, Knaup und wohl auch Lauterbach wissen, was sie tun, und liefern solide Souveränität ab. Es kracht bisweilen ganz ordentlich, manche Pointe scheint fast zu sitzen, und unwesentlich spannender als „Derrick“ ist der Film allemal. Auf der anderen Seite (da ist sie wieder) ist Schweiger ein stark limitierter Mime, steht sein Töchterchen ihm diesbezüglich kaum nach, wirkt die Inszenierung bisweilen unfreiwillig komisch, wo sie doch dramatisch sein will. Ein großes Ziel hat unser Zweigesichthase jedoch erreicht: Wer mitreden oder abrotzen will, muss eine Kinokarte kaufen. Hoffentlich beschwören wir dadurch keine Fortsetzung herauf.

Macht anderthalb von fünf kleinen Quentins fürs Ikea-Regal im Wohnzimmer.

Hamlet als Held: „The Dark Knight Rises“

The Dark Knight RisesIn mir hat Christopher Nolan nicht gerade seinen größten Fan. Daran ändert auch nicht, dass das grande finale seiner Batman-Trilogie sein bester Film ist. Nolan will von allem zu viel: Groß sollen seine Werke sein, mächtig, mit atemberaubenden Schauwerten, dazu aber auch einzigartig, unverwechselbar und anspruchsvoll. Das Ergebnis ist nicht selten überambitioniert und selbstverliebt. Wenn so jemand antritt, einen der größten Mythen der Popkultur neu zu erzählen, erwartet man, dass er scheitert. Grandios, das ist klar.

Als „Batman Begins“ vor sieben Jahren in die Kinos kommt, entpuppt sich das befürchtete Desaster als spannende Interpretation der alten Geschichte vom einsamen Rächer. Handwerklichen Defiziten zum Trotz erzählt Nolan eine düstere Schauermär von Schicksal und Verzweiflung, vom Licht in der Dunkelheit (in dem diesmal die Silhouette einer Fledermaus zu sehen ist). Dabei beweist der Regisseur zudem ein Händchen bei der Wahl seiner Darsteller. Christian Bale verwechselt nuancierte Schauspielkunst mit einem quälenden Kraftakt, er flüstert und schreit, zittert und schwitzt, ist sinistrer method actor und keifender Egomane. Und somit der perfekte Bruce Wayne in seinen Inkarnationen als gebeutelter Millardär und nächtlicher Gangsterschreck. Die drei alten Männer hinter ihm erden als weise Berater des Helden das Geschehen auf der Leinwand, lassen Nolans Bemühen um einen neuen „Realismus“ erkennen. Auf der Gegenseite stehen Liam Neeson in seiner Wohlfühlzone als überlegener Haudegen und der kinskieske Cillian Murphy als schizophrener Psychopath. Dazu findet der Regisseur das nötige Pathos, setzt auf ein Fünkchen Selbstironie, um sein Verständnis einer Comicverfilmung auf dem schmalen Grad zwischen Werktreue und Selbstverwirklichung zum sehenswerten Kinoabenteuer werden zu lassen.

Drei Jahre später scheint Nolans Sturheit die Oberhand gewonnen zu haben. Mit „The Dark Knight“ versickert die furiose Vorgeschichte in Tristesse und Ödnis. Eine verschwurbelte Erzählweise, die die wenigen Actionszenen ausbremst, lässt die Fortsetzung der Fledermausmann-Legende auf dem Spannungsniveau einer durchschnittlichen „Derrick“-Folge hängen. Zudem sind Zweikämpfe und Verfolgungsjagden unübersichtlich inszeniert, ist alles viel zu langatmig und redselig. Kritiker und Publikum ergehen sich dennoch in Lobeshymnen – und erwähnen dabei als erstes und völlig zurecht das einzige Positive an diesem Rohrkrepierer: Heath Ledger. Einmal mehr zeigt Christopher Nolan, dass er in Schauspielern etwas sehen kann, was anderen verborgen bleibt. Die Verpflichtung des blondgelockten Sunnyboys für die Rolle von Batmans Erzfeind Joker zieht die zweite Story um den dunklen Ritter einige Meter aus dem Schlick. Der plötzliche Tod des Australiers und die anschließende Oscar-Ehrung machen den Chaos-Clown endgültig zur Popikone. Der entstellte, bleich geschminkte Massenmörder ist nicht nur ein adäquater Gegenspieler für die Figur des flatternden Waisenknaben, sondern lässt diesen verblassen. Der Joker ist präsent, vermittelt mit seiner Unberechenbarkeit echte Furcht und trägt „The Dark Knight“ quasi im Alleingang. Großes Kino, allerdings als Kammerspiel inszeniert.

Die Zeit heilt nicht alle Wunden, sondern gibt nur die Gelegenheit, ausführlich darüber zu diskutieren. Und Nolan scheint sich zu Herzen genommen zu haben, was die Geeks rund um den Globus seit vier Jahren fordern: Batman braucht Emotionen, ein Superheldenfilm darf nicht als knochentrockener Krimi daherkommen. Die Action ist zwar immer noch weit entfernt vom Standard, aber deutlich übersichtlicher und mitreißender gefilmt. Die Story ist immer noch komplex und überfrachtet, aber längst nicht so zerrissen wie in Teil zwei. Die Dialoge sind immer noch geschwätzig und wiederholend, werden aber durch one liner und eine Brise Humor aufgelockert. Da darf der Filmemacher gern seinen Hang zum großen Drama, seinen Wunsch nach Verankerung in der Realität und seine ganz eigenen, mitunter verqueren Ideen ausleben. Erstmals tut das der Geschichte sogar gut: „The Dark Knight Rises“ ist ein wuchtiger schwarzer Brocken, so weit von einem Hollywood-Blockbuster entfernt, wie man sich bewegen darf, wenn man einen Hollywood-Blockbuster inszenieren will.

Zwischen Hamlet und Heldenepos, Größenwahn und Genialität finden der Regisseur und sein Bruder, der Drehbuchautor, zum ersten und vorläufig letzten Mal einen Weg. Die 164 Minuten vergehen erstaunlich schnell. Es gibt Wendungen und Überraschungen, und die Schauspieler schaffen es, die erwarteten faustgroßen Logiklöcher vergessen zu machen. Bale spielt die Rolle seines Lebens als gehe es genau um das. Anne Hathaway ist eine charmante Selina Kyle (nicht: Catwoman!), beweist Wandlungsfähigkeit und Talent. Der wie immer großartige Gary Oldman und der souveräne Joseph Gordon-Levitt geben den letzten Bullen und den tapferen Pfadfinder. Tom Hardy müht sich redlich, allein durch Blicke aus dem bulligen Terroristen Bane einen cleveren Schurken zu machen. Er kämpft jedoch nicht nur mit der Maske und einer wenig beeindruckenden Körpergröße, sondern vor allem mit der Stimme des Bösewichts. Nolan mag inzwischen zuhören, wenn die Fans murren – auf den Hinweis, Banes Stimme erinnere in den ersten Trailern an die Lehrer der Peanuts (soll heißen: ist völlig unverständlich) reagierte er allerdings mit Trotz. Die pathetischen Reden des Muskelprotzes mit der Gasmaske wurden derart nach vorne gemischt, dass sie körperlos im Raum stehen. Das habt ihr nun davon, ihr Nerds! Einem Christopher Nolan macht niemand Vorschriften!

Ist ja schon gut: Diesmal hat’s ja auch geklappt mit der Selbstverwirklichung. „The Dark Knight Rises“ ist groß, mächtig, mit atemberaubenden Schauwerten, dazu einzigartig, unverwechselbar und anspruchsvoll. Der würdige Abschluss einer Filmtrilogie, die in der Mitte etwas durchhing. Oder anders: 2012 ist ein gutes Jahr für Comicverfilmungen – die „Avengers“ haben einen zornigen Bruder bekommen.

Dafür gibt es acht von zehn matt schimmernden Batarangs ins Genick des Abschaums auf Gothams Straßen.

Netter Netzkopf: „The Amazing Spider-Man“

„Hier kannte ich wirklich alles, jeden Freund, jeden Feind. Und als Mary Jane sich trennte, hat er bei mir geweint.“ (Fettes Brot)

The Amazing Spider-ManVerdammt, so ging es mir auch! Eine Comicfigur, vom großen Stan Lee zehn Jahre vor meiner Geburt erdacht, war der Held meiner Jugend. Peter Parker – Alliterationen sind Pflicht unter Superhelden – war ein schüchterner Nerd, bis der Biss einer radioaktiven Spinne ihm deren proportionale Fähigkeiten verlieh und… gar nichts für ihn besser wurde. Spider-Man hatte Probleme und Sorgen, trauerte um seinen Onkel, machte sich Vorwürfe für dessen Tod, war chronisch pleite, stets in die falsche Frau verliebt, hatte Ärger im Job und konnte trotz Maske und Kostüm nie dieser Misere entfliehen. Oft genug gab’s Prügel, brachten spektakuläre Kämpfe in und über den Häuserschluchten von New York dramatische Konsequenzen für das ohnehin komplizierte Leben des einsamen Helden mit sich. Tod und Verlust waren allgegenwärtig, Freunde wurden zu Feinden und umgekehrt, mehr als einmal drohte das tragische Dasein des Protagonisten zwischen Verlierer und Verbrecherjäger zu zerbröseln.

Aber – und das macht Lees Kreation zu (m)einem Helden – Spider-Man gab niemals auf. Klar, er konnte an Wänden klettern, meterhoch springen und Autos stemmen. Doch er war – anders als der große Konkurrent Superman – kein Übermensch, sondern ein Mensch. Einer mit Fehlern, jedoch auch mit Stärken. Und dazu gehörten nicht nur sein zynischer Humor, sondern vor allem Mut und Optimismus. Kein Wunder, dass ein zehnjähriger Comicfan das klasse fand (trotz Höhenangst und Spinnenphobie). Und kein Wunder, dass er auch mit Ende 30 im Kino sitzt, wenn sein Idol aus Kindertagen über die Leinwand krabbelt.

Obwohl: Ich hatte Vorbehalte. Erste Trailer wirkten, als sei der Film aufs “Twilight”-Publikum zugeschnitten. Außerdem schien es zu früh für ein Reboot (Sam Raimis Spider-Man-Trilogie begann vor nicht mal zehn Jahren), die silbernen Turnschuhe sahen albern aus. Und wer ist eigentlich Andrew Garfield?

Nachdem ich „The Amazing Spider-Man“ (so der erfreulicherweise nicht eingedeutschte Titel) gesehen habe, weiß ich: Andrew Garfield ist Peter Parker. Selten hat mich ein Film derart positiv überrascht wie das Spinnenabenteuer von Regisseur Marc Webb (der heißt wirklich so). Das liegt in erster Linie an den Schauspielern, denn längst sind Marvel-Comicverfilmungen häufig nicht nur gute Superheldenfilme, sondern einfach gute Filme. Und dazu gehört ein Ensemble, das weiß, was es tut. Garfield gibt den linkischen Geek, dem sich das Ausmaß seiner neuen Kräfte nur langsam erschließt, so überzeugend, dass es schwerfällt, sich jemand anderen in dieser Rolle vorzustellen. Hollywoods neues Darling Emma Stone macht aus Peters vormals blassem love interest Gwen Stacy eine smarte Persönlichkeit. Dass Sally Field und Martin Sheen ihre Figuren souverän zum Leben erwecken, überrascht kaum. Eher schon Ex-Comedian Denis Leary als knallharter Großstadt-Cop und Rhys Ifans als schizophrener Dr. Connors-Jekyll.

Der Film nimmt sich ungewöhnlich viel Zeit, seine Geschichte zu erzählen. Das hat er gemein mit einem weiteren überraschend guten Reboot der jüngsten Kinogeschichte, nämlich „Planet der Affen“. Es dauert eine ganze Weile, bis es kracht. Dass es das dann aber richtig tut, nämlich laut, bunt und mitreißend, darf man bei einer schweineteuren Hochglanzproduktion erwarten. Aber auch hier setzt die Neuauflage nochmal einen drauf – was Spezialeffekte angeht, sind “nicht mal zehn Jahre” eben doch eine lange Zeit.

Das Drehbuch ist vergleichsweise schlicht, dafür flutscht die Story und wird nicht durch unnötige Nebenhandlungen ausgebremst. Wo Raimi sich verzettelte, geht Webb seinen Weg – und es gibt glücklicherweise keine peinlichen Tanzszenen. Übernommen hat der Regisseur hingegen das Problem seines Vorgängers, eine Hauptfigur, deren Gesicht man in entscheidenden Szenen nicht sieht, Emotionen zeigen zu lassen. Soll heißen: Spider-Man zieht mal wieder nicht selten seine Maske ab, wenngleich auch diese Skript-Klippe eleganter umschifft wird als bisher.

Was noch? Stan Lee hat selbstverständlich den gewohnten Cameo-Auftritt, C. Thomas Howell einen langen Weg hinter sich (und ist ohnehin niemandem mehr ein Begriff). Es gibt überraschende Wendungen, und wer vor dem Abspann aufsteht, verpasst natürlich was.

Ich jedenfalls freue mich wie ein Zehnjähriger auf die bereits geplanten Fortsetzungen, auf Freunde, Feinde und Mary Jane.

Macht erstaunliche neun von zehn todesmutig zerquetschten Spinnen an der Wand meines Werkzeugschuppens für den besten Marvel-Film nach “X-Men: First Class” und “Avengers”.

Wer „Super-Champion“ im ZDF werden will…

Es muss irgendwann im Mai letzten Jahres gewesen sein, als ich online eine Bewerbung zum Kandidaten für “Das Duell” absendete. Ich dachte mir nichts weiter dabei, nur das, ein bisschen Geld zu verdienen. Eine Arbeitskollegin hatte das immerhin geschafft. Etwa drei Wochen später wurde die Sendung eingestellt. Ich dachte, meine Bewerbung sei damit ohnehin hinfällig und erinnerte mich lange nicht mehr daran, dass ich da mal was abgeschickt hatte.

März 2012, mein Telefon klingelt. Davidson TV, sie haben meine Bewerbung vorliegen und würden mich gerne für eine neue Quizshow mit Jörg Pilawa casten. Gut, denke ich mir, hast ja nix zu verlieren, sollen sie mal machen. Am späten Nachmittag des gleichen Tages folgt ein Telefonat mit einer jungen Frau von Davidson TV. Zunächst mal wildert sie durch mein Privatleben, will wissen, ob ich Piercings, Tätowierungen oder ungewöhnliche Hobbys habe. Oh ja, ungewöhnliche Hobbys habe ich wohl, zumindest eins. Ich berichte von meiner Roxette-Leidenschaft, die sie aber nicht weiter zu interessieren scheint. Tut mir ja leid, aber ICH finde es schon außergewöhnlich, für ein Konzert in andere Länder zu fahren oder zu fliegen. Als wir das alles durchgekaut haben – auch meine Leidenschaft für Fußball – fragt sie, ob es nicht noch irgendetwas gibt, das man über mich wissen müsste. Nee, denke ich, besser nicht.

Dann startet ein Telefon-Casting. Die Dame stellt mir insgesamt 24 Fragen aus fünf Kategorien – Natur, Geographie, Film, Politik und Sport. Ich sitze derweil am PC und google fleißig ein paar Antworten auf die Fragen. Sie hört das nicht, ich kann das nämlich sehr leise. Google leistet mir gute Dienste, fast jedes Mal ist der erste Treffer auch die richtige Antwort. Ja, ich entwickle in diesem Moment tatsächlich ein bisschen Spiel-Ehrgeiz und will unbedingt wissen, was passiert, wenn ich so viele Antworten wie möglich richtig habe. Es passiert, dass ich eine Runde weiter bin. Die junge Frau will meine Unterlagen weiterreichen, sodass ich baldmöglichst zum Video-Casting eingeladen werde. Video-Casting? Aber wieso? Sollte ein Kandidat nicht einfach sein, wie er ist? Und wenn er ruhig und langweilig ist, liegt es dann nicht am Moderator, was rauszuholen? Herr Jauch kann das doch auch?

Egal, ich muss zum Video-Casting. Ich will immerhin 500.000 Euro gewinnen, obwohl ich das jetzt schon für famos halte. Denn es ist meines Erachtens unmöglich, fünf Prominente in deren Spezialkategorien zu schlagen. Bei den Ausstrahlungen der letzten Woche hatte es auch keiner geschafft und Herr Pilawa hat versprochen, dass “nächste Woche auf jeden Fall ein Super-Champion” gekürt wird. Ich kann die Sendung aufgrund meines Spätdienstes nun leider nicht mehr verfolgen, aber ich will das auch gar nicht.

Nun, eines Samstags sitze ich jedenfalls in Köln bei Davidson TV. Vor mir im Warteraum sitzt ein älterer, ruhiger Mann, von dem ich glaube, dass er in etwa so viel zu erzählen hat wie ich. Er IST halt Mensch. Muss man immer Außergewöhnliches tun, um außergewöhnlich oder besonders wertvoll zu sein? Er geht vor mir ins Studio und ich bleibe allein zurück. Dann kommt eine ältere Frau rein, legt meinen Bewerbungsbogen vor mir auf den Tisch und bittet mich, falsche Daten zu korrigieren und den Rest zu vervollständigen. Noch mal werde ich nach ungewöhnlichen Hobbys, Leidenschaften oder Spezialitäten gefragt. Habe ich keine. Tut mir ja leid. Ich mag mich trotzdem!

Auf dem ersten Blatt steht in der Mitte, dass man sich für den Zeitraum 21.3 – 10.4. besser nichts vornehmen soll, denn wenn man als Kandidat genommen wird, dann kommt das Filmteam ins Daheim und macht eine Home-Story. Ok, denke ich mir, wenn ich bis Ende März nichts mehr höre (ich trage ein, dass ich vom 21.3.-24.3. nicht erreichbar bin), dann habe ich es auch nicht geschafft. Während ich meinen Zettel ausfülle, kommt ein großer, lauter Mann mit kleinem, blonden Sohn herein.

Er heißt Frank. Und offensichtlich ist er Angler. Denn es dauert ungefähr eine Minute, bis er eine Plastiktüte herauskramt, seine komplette Anglermonitur aus der Tüte fischt und sich umzieht. Er wird jetzt tatsächlich zum Angler. Mit Angel, Haken und Plastikfisch. Mir ist schlecht, ich schäme mich fremd und ich möchte eigentlich jetzt gehen. Das Kind tut mir ein bisschen leid.

Bevor ich mich entscheiden kann, wegzulaufen, werde ich aufgerufen. Mir wird das Prozedere erklärt – auf den Stuhl setzen, die Dame neben der Kamera angucken (und NUR sie, niemanden sonst, auf keinen Fall irgendwo anders hinsehen!!!) und diverse Multiple Choice- und freie Fragen beantworten. Bevor sie die Fragen stellt, will sie noch, dass ich mich vorstelle. Ja, ich bin dann doch etwas nervös, als ich auf dem Hocker Platz nehme und verpacke zu viele Informationen in zu vielen Wörtern in der falschen Reihenfolge in einem zu langen Satz. “Ich bin Kirsten, Roxette-Fan, arbeite als Volontärin, fahre auf Konzerte und spiele Fußball, wenn ich Gassi gehe”. Oder so. Nach diesem Satz fange ich mich allerdings und die Dame hilft mir, mich zu konzentrieren. Das kann sie gut. Wir reden kurz und eigentlich denke ich, dass ich ganz gut rüberkomme. Ich lache viel. Hinterher fällt mir ein, dass ich eine Zahnlücke habe (der 1.4 fehlt) und das vielleicht nicht so gut ankommt. Schon gar nicht in der Kombination mit einem mittlerweile eher gelben statt blauen Auge, das ich mir beim Fußball zugezogen habe. Eventuell denken Kameramann und Anweiserin, dass ich ein Opfer häuslicher Gewalt bin. Das wird mir aber erst hinterher bewusst. Doch wäre es dann nicht viel netter, mich zu nehmen, damit ich mit den 500.000 Euro endlich meinen Alten in den Wind schießen kann?

Nach der Vorstellung kommen die Fragen. Im Nachhinein bin ich mir sicher, dass ich nur zwei nicht wusste. Also wieder eine ordentliche Bilanz. Aber offensichtlich bin ich zu fett, zu blass und zu kurzhaarig. Denn ich höre nichts mehr von Davidson TV. Stattdessen meldet sich meine Arbeitskollegin. Die, die bei “Das Duell” war. “Davidson TV hat mich angerufen, die wollen mich für den ‘Super-Champion’ casten”. Aha, denke ich. Da ist es ungefähr Ende März, und die Sendung wird ja schon am 11. April aufgezeichnet. Für mich ein Zeichen, dass die gesamte Kandidatenauswahl nicht prall gewesen sein kann. Denn jetzt nimmt man sich einfach Kandidaten früherer Quiz-Shows – siehe WWM-Gewinner Prof. Freise, der da plötzlich auch wieder auftaucht. Von Davidson TV höre ich nichts mehr.

Bis Anfang April. Eine Absage.

Sehr geehrte Frau O,

vielen Dank für Ihre Teilnahme am Casting für die Sendung „Der Super-Champion 2012“. Die Auswahl der Kandidaten ist dem Sender sehr schwer gefallen und hat deshalb bei einigen Kandidaten auch etwas länger gedauert. Im Ergebnis müssen wir Ihnen jedoch mitteilen, dass Sie leider nicht zur Kandidatenauswahl für die Sendung gehören.

Wir bedauern sehr, dass es diesmal nicht geklappt hat und bedanken uns für die Mühe, die Sie sich gemacht haben. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Castings für andere Sendungen auch weiterhin verfolgen. Über unsere Internet-Seite unter www.davidsontv.de können Sie sich ständig aktuell informieren. Oder abonnieren Sie dort einfach unseren Newsletter. Ihre Daten behalten wir weiterhin gerne in unserer Datenbank, um für andere Sendungen auf Sie zuzukommen. Sollten Sie dies nicht wünschen, melden Sie sich bitte bei uns. Wir löschen Ihre Daten dann selbstverständlich.

Wir wünschen Ihnen, trotz der schlechten Nachricht, eine schöne Restwoche und erholsame Ostertage. Wir freuen uns auf das nächste Casting mit Ihnen.

Für Fragen stehen wir Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.

Danke für die Mühe, die ich mir gemacht habe? Eigentlich war es eher lustig. Und von den 50 Euro, die ich für die Fahrt zum Video-Casting nach Köln ausgegeben habe, spreche ich an dieser Stelle mal lieber nicht. Ich bin allerdings dennoch ein wenig ungehalten, weil die Absage so lange hat auf sich warten lassen. Gut, ich hatte den Vorteil, dass ich von den Nach-Castings wusste. Trotzdem unerhört. Und besonders unerhört ist der Satz, dass sie meine Daten gerne in ihrer Datenbank behalten, um für andere Sendungen auf mich zuzukommen. Ja, Entschuldigung, aber.. wenn ich diesmal schon nicht telegen genug gewesen bin, dann bei einer anderen, spröderen, langweiligeren Sendung auf jeden Fall? Nee, mag nicht mehr. Ich antworte, dass sie mich ruhig löschen können, weil ich nicht glaube, dass sich an meiner Fernseh-Ausstrahlung langfristig etwas ändern wird. Otto-Normal-Verbraucher werden ja offensichtlich nicht gesucht.

Ich vergesse die ganze Geschichte. Bis letzte Woche Samstag. Wir kommen vom Fußball, haben endlich mal wieder gewonnen, Pizza in der Hand und machen die Glotze an. Durchzappen. Es ist schon spät und jetzt noch in einen Film reinzuschauen ist sinnlos. Wir zappen, bis wir bei Pilawa hängenbleiben. Ich erinnere mich auf einmal wieder. Wir gucken ein paar Minuten zu und in meinem Kopf steckt nur noch ein Gedanke: GOTT SEI DANK WURDE ICH NICHT GENOMMEN. Dieser Gedanke wiederholt sich mantraartig. Was sich da auf dem Bildschirm abspielt, ist einfach nur peinlich. Ich sehe eine quietschige “Journalistin” im Dirndl. Blond, laut, Typ Tussi. Sie scheitert. Es folgt ein Mann. Typ Bodybuilder. Er ist Stripper in Olivia Jones’ Club auf der Reeperbahn in Hamburg. Nach der ersten Runde bittet Pilawa ihn, zu strippen. Er tut es. Aber auch er scheitert. Es folgt ein Mann. Typ ungepflegt. Er trägt einen Schottenrock. Er ist nicht blöd, scheitert aber ebenfalls. Und auch sein Nachfolger – Typ Vorzeigestudent – scheitert kläglich. Dass keiner durchkommt, ist nicht das eigentliche Drama.

Dass die sich vor einem Millionenpublikum zum Horst machen, das ist das Drama. Und dass sie es für NICHTS tun, ist noch viel schlimmer. Denn gewinnen tut an diesem Abend keiner der Kandidaten. Wie will man auch Dirk Steffens im Bereich Natur schlagen? Ich atme tief durch und schäme mich immer noch.

Am peinlichsten sind für mich die “Home-Storys” der Kandidaten. Das ist Privatfernsehen. Das ist so billig, das ist so niveaulos. Ich frage mich, wofür ich Rundfunkgebühren zahle. Und ich frage mich, ob das ZDF ernsthaft glaubt, mit dieser Show junges Publikum anzuziehen. Ich stelle mir vor, wie ein Kamerateam an meinem Arbeitsplatz, bei meinem Fußballverein und bei mir Zuhause aufläuft und Bewegtbild aufnimmt. Ich atme tief durch. Ich darf privat bleiben. Wie gut!

Am nächsten Morgen bekomme ich eine SMS meiner Arbeitskollegin: GOTT SEI DANK HABEN WIR DA NICHT MITGEMACHT!

Gestern gesehen: „Kissenschlacht“ auf Sat.1

Ich bin Freundin der seichten Fernsehunterhaltung. Dienstagabends darf es also gerne mal eine seichte deutsche Komödie sein. Gerne auch auf Sat.1. Erst kürzlich lief dort eine herrliche Komödie mit Valerie Niehaus – die Ur-Julia aus Verbotene Liebe, die von Nina Bott beerbt wurde. Niehaus hatte eine Pornofilmproduktionsfirma von ihrem Mann geerbt, von deren Existenz sie gar nichts gewusst hatte. Sehr lustig gemacht, gute Gags, nette Bilder, schön seicht. Nun ja, dass es auch anders geht, durften wir gestern Abend beim Film “Kissenschlacht” bewundern.

Von der Besetzung einmal abgesehen – Steffen Groth als werdender Vater, Christiane Krüger als hysterische Schwiegermutter und Didi Hallervorden als Lustmolch und Teresa Harder als Haushälterin – war der Film eigentlich alles, aber keine Komödie. Und noch dazu einfach schlecht. Und das aus mehreren Gründen:

1.) Das Thema: Elternsein und Eltern werden, das wünschen sich viele. Bei vielen klappt es nicht und vielen fehlt vielleicht auch ein bisschen Lockerheit, um mit dem Thema umzugehen. Aber sich eine russische (muss erwähnt werden, denn die Rolle der Leihmutter wirkt zwischendurch so, als ob sie dümmlich sei) Leihmutter zu suchen, die dann das eigene Kind austrägt – taugt dieses Thema für eine Komödie? Und wenn ja, wieso war dieser Film nicht lustig? Es ist extrem schwierig, so ein Thema komisch aufzubereiten. Dieser Film hat es leider nicht geschafft, was sicher auch an der Rolle der Frau liegt, die sich neun Monate gar nicht für die Leihmutter interessiert, aber mit Kissenbauch eine eigene Schwangerschaft inszeniert und ihrem Gatten sogar den Beischlaf verweigert. Unlustig.

2.) Komik? Nach etwa einer Stunde hatte ich das Schema des Films durchschaut. Es war eine Aneinanderreihung von vermeintlichen Missgeschicken, die das werdende Paar in kompromittierende Situationen brachte. All diese Situationen wurden jedoch nicht komisch aufgelöst, sondern irgendwie gar nicht. Ich kann mich jedenfalls an keine Stelle in diesem Film erinnern, an der ich laut aufgelacht hätte. Gegen 21 Uhr hatten wir sogar schon mal weggeschaltet, weil wir sicher waren, dass es noch was besseres im TV geben musste. Nach einer Runde Zapping kehrten wir zu Sat.1 zurück. Es gab – für uns – nichts besseres. Schlimm genug eigentlich. Aber immerhin stimmte so der Prisma TV-Tipp des Tages. Peinlich genug, denn die:

3.) Logik stimmte leider auch nicht. Der Film beginnt etwa drei Monate vor Beginn der Leihmutterschaft. Es ist Sommer. Drei Monate später ist immer noch Sommer. Und als der werdende Vater mit der im sechsten Monat schwangeren Leihmutter und deren Erstgeborenem im Park Fußball spielt, ist immer noch Sommer. Ach, und bei der Geburt des Babys, man ahnt es, ist immer noch Sommer. Ich möchte auch nach München ziehen, denn da ist einfach immer Sommer.

Spätestens nach dieser Feststellung fühlte ich mich von der Produktionsfirma doch ein bisschen verschaukelt. Kissenschlacht bekommt von mir eine 6+. Den Pluspunkt gibt’s für Hallervorden, Krüger und Harder. Wir haben uns dann auch die Frage gestellt, ob Hallervorden und Krüger zu Castings gehen, oder ob ihnen Rollen wie diese angeboten werden – was auch immer es in diesem Fall war, schmeichelhaft ist’s für beide nicht. Geldmangel?

Eurovision Song Contest – Live-Blog

Ich habe mir gerade überlegt, live zu bloggen, während nebenbei der ESC läuft. Gleich geht’s los. Ich kenne nur ein Lied, nämlich das von Lena und daher denke ich, dass ich relativ neutral an die Sache rangehen kann. Ich glaube nicht, dass sie noch einmal gewinnen kann oder unter den Top3 landet. Ich finde den Song extrem seltsam. Zudem hat sie die wenigen Sympathien, die ich für sie hatte, spätestens mit dem Interview bei Frank Elstner (ok, er war wirklich schlecht vorbereitet) verspielt. Dieser Text hier wird also bis 22 Uhr regelmäßig aktualisiert. Die Entscheidung werde ich hier nicht mehr live verfolgen.

20:16: Ok, Matthias Opdenhövel. DAS wusste ich nicht. Ich sollte mir die Sache mit dem Live-Blog noch mal überlegen..
20:18: Ähm, Ina Müller ist jetzt auch nicht so mein Fall.
20:21: Ein Punkt für die Männer mit den hässlichen Opa-Mützen.
20:25: Wieviel Kilo hat eigentlich der Opdenhövel in den letzten drei Monaten zugenommen?
20:29: Ist gleich 21 Uhr?
20:37: Ich mag Aloe Blacc. Sehr sehr sehr.
20:46: Boah, nee. Kein Kommentar zu Eva Briegel. Ich mag ja deren Musik, aber die Frau halt eben so gar nicht.
20.55: Das Wort zum Sonntag live vom ESC. Das muss ein Scherz sein, oder? Konnten sie das nicht mal weglassen, oder wann anders zeigen? Wieso wird so etwas in eine Live-Sendung eingebunden? Gab es so etwas schon mal? Zumindest weiß ich jetzt, was ich bislang nicht verpasst habe. Oh wei, und der Pastor hat sich alle Liedtexte angesehen, denn “zum Glück gibt es Übersetzungen”. Na, zum Glück!
21:02: Auf der linken Seite sehen sie das Modell Flusenteppich in quietschrot. Zur Rechten streift ein Kleid, das aus durch den Schredder gejagtes Papier besteht, ihren Blick.

21:04: Muss der Raab jetzt schon singen? Dann gibt’s heute gar keine Punkte für Deutschland!
21:05: Ok, mir leuchtet ein, dass die Siegerin des letzten Jahres ihren Hit jetzt nicht noch einmal präsentieren kann. Interessante Pseudo-Rockabilly-Version vom Raab. Nicht so schlecht. Bis auf den Gesang.
21:06: Hm, also das von eben nehme ich dann mal zurück. Finde ich klasse, dass sie das macht. Da so entspannt noch eine Stunde vor dem neuen Auftritt auf der Bühne stehen. Erste Überraschung des Abends für MICH. Und die Sympathieskala steigt von -10 (durch das Elstner-Interview) auf -9.
21:11: Zum Glück haben wir Anke Engelke. Sonst kämen so Leute wie… beispielsweise.. ja, Per Gessle, noch darauf, dass die Deutschen kein Englisch können.

21:13: FINNLAND; der junge Mann hat eine wirklich schöne Stimme. Akustik-Gitarre geht sowieso immer. Die Kleidung finde ich allerdings etwas zu unscheinbar. Da ist zwar ein interessantes Muster auf dem Hemd, aber vier verschiedene Brauntöne kann man eben nicht so gut voneinander unterscheiden. Und jetzt, beim zweiten Hören des Refrains, finde ich, dass die Nummer doch nicht so super ist. Geht aber irgendwie doch ins Ohr.
21:18: BOSNIEN-HERZEGOWINA; Karomuster und Frauengequieke. Nach 10 Sekunden Bosnien-Herzegowina wollte ich abschalten. Dann startete das Lied. Und wenn man den Mann nicht ansieht, ist es ganz nett anzuhören. Folkloristisch, würde man wohl sagen. Aber der Song hat irgendwie keinen Höhepunkt. Und richtig albern ist der leicht gebeugt tanzende Kerl, der wohl nur zum Tanzen und zum Trompetespiel-vortäuschen da ist. Insgesamt kein schlechter Song, geht auch ins Ohr.
21:23: DÄNEMARK; der Sänger hat eine ähnliche Frisur wie die irischen Zwillinge, höre ich gerade. Ist das gerade in? Und der Refrain erinnert mich an irgendein anderes Lied. Ich komme nur gerade nicht auf den Titel. Könnte übrigens auch ein Lied von OMD sein.
21:26: LITAUEN; Ballade. Gequietsche. Keine Melodie, kein Höhepunkt. Hübsches Gesicht, hässliches Kleid. Kein weiterer Kommentar zu Litauen.
21:29: Nachtrag zu Dänemark: Mir fällt jetzt nur Take That mit Let it shine ein, haben die Dänen vielleicht da geklaut?
21:31: UNGARN; ööh, Schweden-Pop aus Ungarn? Micke, warst Du das? ;) Nein, das war bösartig und das nehme ich zurück. Das Kleid lenkt jedenfalls glücklicherweise von den schlechten Dance-Beats ab. Gefällt mir auch nicht. Kleine Bewegungslegasthenikerin, die Gute. Könnte übrigens auch als Double von Judith Rakers durchgehen.
21:33: IRLAND: Ok, ich habe vorhin gelesen, für DIE darf ich auf keinen Fall anrufen. Ganz voreingenommen bin ich also doch nicht. Interessanter Beat, interessante Frisuren, interessante Choreographie. Das Lied ist aber nichts besonderes. Das ist wohl der erste Beitrag, der die ESC-Tradition fortführt, dass es nur noch auf die Show ankommt, wobei das Lied nicht so grottig ist, dass man mit Show drei Minuten davon ablenken müsste. Aber definitiv kein Favorit für MICH.
21:37: SCHWEDEN: Der Mann kann nicht singen. Der eiert. Und ja, ich finde, Töne treffen allein reicht nicht. Eiern geht gar nicht. Abgesehen davon singt er auch schief. Typischer Schweden-Pop. Heute gehört und getanzt, morgen wieder vergessen. Gefällt mir nicht.
21:39: Nachtrag II zu Dänemark: meine Mitgucker werfen als mögliche Klau-Lieder noch Blümchen mit Herz an Herz, ein schwedisches Lied und die Proclaimers – 500 miles in den Ring.
21:42: ESTLAND: Irgendwie eine Mischung aus Katy Perry, Britney Spears, Lena Meyer-Landrut und Nutte. Musik aus dem Zirkus geklaut, das Kostüm auch. Die Choreographie ist immerhin interessant und die Melodie erinnert mich schon wieder an irgendwas anderes..
21:46: GRIECHENLAND: Den Song verstehe ich nicht. Deswegen gefällt er mir nicht. Ist das jetzt Oper, Rap oder Pop? Und warum trägt der Anzug? Das passt irgendwie alles nicht zusammen. Das Konzept passt nicht. Wenn der Kerl jetzt wenigstens noch gut aussehen würde. Oh, da war ein Cembalo. Ich liebe Cembalo. Drei Punkte für Griechenland. :P
21:51: RUSSLAND: Hm, auch hier: schiefe Töne, alles klingt eirig. Das wirkt wie eine Boyband aus den 90er Jahren. Sind die Russen jetzt etwa in den 90ern angekommen? Nichts neues, nichts spektakuläres, alles schon mal gesehen und gehört.
21:52: kurze Zwischenbilanz: bislang hat mich noch nichts wirklich vom Hocker gehauen und so gesehen relativiert das schon wieder Lenas seltsames Lied. Top5 ist vielleicht doch drin?
21:54: FRANKREICH: das Lied fängt an wie das von Vangelis, wie hieß es noch gleich? Und wann lernen die Franzosen endlich, dass man so einen Operscheiß nicht hören will beim ESC? Immer wieder versuchen sie es mit so schweren Melodien und Kompositionen. Ich verstehe es nicht. Die sind in der Tat lernresistent.
21:57: ITALIEN: mein letzter Liveblogkommentar hier. Dann Feierabend. Blöder Live-Blog, gut, hätte ich mir vorher überlegen sollen. Egal. Zu Italien: Jazz – schwierig für die breite Masse. Ergo: sehr schwer beim ESC. Ich mag Jazz aber, deswegen kriegt der Beitrag jetzt schon 10 Punkte von mir. Italienischer Jazz – das hat wirklich was. Mag die Melodie, ich kann mir nur den Typen nicht ansehen. Optisch nicht so ansprechend.
22:03: SCHWEIZ: Luftiger Beginn. Ukulele und Cembalo – das wirkt bei mir wie kleine Kinder und Hunde auf andere. Die Dame sieht ganz nett aus, eiert aber ebenfalls beim Singen und trägt ein wirklich hässliches Kleid. Die “Choreographie” hat was von Lena aus dem letzten Jahr. Wenigstens lächelt sie nett. Nicht der schlechteste Beitrag, aber auch kein Favorit für mich.
22:07: GROSSBRITANNIEN: BLUE?? Ist das deren Ernst? Huch, The Centre Of The Heart höre ich da. Und jede Menge schiefe Töne auch. Mir sind eindeutig zu viele Boybands am Start.
22:10: MOLDAU: Die Zipfelbuben sind ausgebrochen! Gelb, rot, bunt. Reizüberflutung. Habe nach 20 Sekunden genug.
22:13: Nachtrag zu Moldau: Für die Show, die meiner Meinung nach fast eine Parodie auf den ESC ist, haben sie ein paar Punkte verdient. Humor ist, wenn man über sich selbst lacht.
22:15: DEUTSCHLAND: Was soll ich sagen? Der Beitrag ist einer der besten bis jetzt und wir hören Lied Nummer 16. Das macht mir Angst, spricht nicht für die musikalische Qualität auf unserem Kontinent und im tiefsten Inneren gönne ich Lena einen zweiten Sieg auch nicht. Aber die silbernen Spermien auf zwei Beinen könnten Punkte kosten. Aber irre ich, oder singt sie besser als letztes Jahr? (Ok, ist nicht soo schwer).

HIER IST JETZT FEIERABEND! Tschöö..

Augenzwinkernde Achterbahn: „Sucker Punch“

Sucker PunchEingeweihte wissen schon lange: Zack Snyder stellt Form über Inhalt. Wer sich einen seiner Filme ansieht und dann daran stört, beschwert sich auch auf’m Tom Waits-Konzert über die Stimme.

Snyders Fieberträume sehen aus wie Meat Loaf-Plattencover: Mädels tragen Schuluniformen und großkalibrige Waffen, mit denen sie gegen Steampunk-Zombiesoldaten, chromblitzende Roboter und feuerspeiende Drachen kämpfen. Und er verfilmt sie, weil er’s kann. Das ist nicht anspruchsvoll, sondern unterhaltsam. Es gibt viel zu sehen in „Sucker Punch“ – und offen gestanden: Genau dafür gehe ich ins Kino.

Trotzdem sei allen Trailergläubigen eine Warnung ins Gebetbuch gekritzelt: Das Nichts an Handlung ist nicht charmant, sondern trist. Scott Glenn als David Carradine bemüht sich, ein wenig Schauspielerkino zwischen die glatt gebügelten Actionsequenzen zu mogeln. Und das Augenzwinkern am Ende der Zitate-Achterbahn sieht man nur mit Mühe und scharfem Kennerblick.

Kann man so machen. Sollte man sogar. Aber ich mag ja auch Tom Waits.

Macht vier von fünf abgehackten Samurai-Köpfen.

Leichtathletik-WM auf Eurosport

Leider, leider, leider habe ich den Fehler gemacht, den ich jedes Mal mache. Ich schalte die Öffentlich-Rechtlichen ein. Und nicht Eurosport. Seit zwei Tagen bin ich wieder fest bei Sigi Heinrich und Dirk Thiele und ärgere mich zu Tode, dass ich nicht von Anfang konstant bei Eurosport geblieben bin, um die Leichtathletik-WM in Berlin zu verfolgen. Die Sprüche, die sich die beiden Kommentatoren um die Ohren hauen, sind einfach unschlagbar. Ich kringel mich von einem Lachanfall zum nächsten. Ich versuche in diesem Posting ein paar Kommentare für die Nachwelt festzuhalten, weil es einfach zu gut ist, um vergessen zu werden. Erinnern kann ich mich natürlich JETZT nur an die Sprüche der letzten 30 Minuten, sind genau zwei:

1.) Thiele: Dunkle Wolken über Berlin. Die Sonne scheint heute nimmer.
Heinrich: Diplom-Meteorologe Dirk Thiele hat gesprochen.

2.) Als Usain Bolt nach 10 Minuten wieder ins Bild kommt.
Thiele: Ach, Usain Bolt. Den hatten wir schon vermisst.
Heinrich: Keine Sorge. Der entwischt uns so schnell nicht.

3.) Über verregnete Wettkämpfe und dass es in Berlin auch auf die Moderatorenplätze regnet:

Thiele: In Zagreb habe ich dir in meiner Großherzigkeit den Schirm gehalten. Eine Stunde lang. Das war stark.
Heinrich: Das war sehr stark. Ich hab dich auch für den Fairnesspreis vorgeschlagen.
Thiele: Aber ich habe ihn nicht bekommen.
Heinrich: Kollege Thiele hat nicht nur einen Anorak dabei, den nutzt er natürlich selber. Sondern auch einen Minischirm.
Thiele: Machst du mal weiter, ich will meine Jacke anziehen.
Heinrich: Super, ich bin begeistert. Voller Neid schaue ich nach rechts. Kollege Thiele hat Handschuhe an, Mütze an, Pullover an und jetzt zieht er sich eine Jacke an.
Thiele: Machst du auch Wintersport?

Thiele: Wir machen mal eine Regenpause. Dann kannst du dir was anziehen, Siggi.
Heinrich: Ich könnte nur dann was anziehen, wenn ich was dabei hätte.

Thiele: Ich kann doch nicht alles machen. Schirm muss ich halten, das hier soll ich halten… und denken muss ich auch noch. (Dank an schnappstasse)

Heinrich: Wieso hast du den Schirm zugemacht?
Thiele: Der Wind hat gedreht, du wirst gerade nicht nass.
5 Minuten später:
Heinrich: Könntest du bitte den Schirm wieder aufspannen? Das ist ein drehender Wind.
Thiele: Du musst dann aber ein bisschen zu mir rüberrücken, ich habe keine Affenarme.

Heinrich: Kann es sein, dass es jetzt weniger regnet?
Thiele: Nein, es hat nur aufgehört, langsamer zu regnen.

Die Wettkämpfe sind wegen des Regens unterbrochen.
Heinrich: Die Frage ist, gibt es einen überdachten Weg zur U-Bahn?
Thiele: Du hast noch viel Zeit bis du nach Hause gehen kannst, viel Zeit.

4.) Diverses

Heinrich: Zum Gehen passt doch ein Walkman wunderbar. Oder?
Thiele: Ich gebe zu, das Wortspiel Walk-Man ist wirklich gut.
Heinrich: Tjaha, das ist euch heute morgen nicht eingefallen.

Live-Blog „Deutschland sucht den Superstar“

Ich gebe es zu! Ich liebe Live-Blogs. Eigentlich vor allem Fußball-Liveblogs. Am Mittwoch hatte ich viel Spaß mit Oliver Fritsch auf zeit.blog.de, der die Schmach der Bayern wirklich schön kommentiert hat. Ich will sowas heute auch einmal versuchen – und zwar mit DSDS. Motto heute ist “Aktuelle Hits & I love you”.

Ich starte mit einer Vorschau auf die Songs der Kandidaten.
Benny Kieckhäben singt Closer von Ne-Yo und Und wenn ein Lied von Söhne Mannheims. Ich finde, Benny hat sich in den letzten Wochen enorm gesteigert, auch das Singen ist besser geworden und ich kann nicht verstehen, dass er auch die letzten zwei Male nach vorne musste.

Sarah Kreuz singt If I were a boy von Beyonce und Unforgettable von Nat King Cole. Von den Mädels hat Sarah die beste Stimme, aber leider überhaupt keine Starausstrahlung. Trotz “Wie kann ich nett schauen”-Kurs von Bruce Darnell wirkt sie immer so, als hätte sie kurz vor der Show einen Besen essen müssen und ist während ihrer drei Minuten damit beschäftigt, ihn nicht wieder auszukotzen.

Daniel Schuhmacher ist eben so ein Fall. Er hat – wie schon geschrieben – Ausstrahlung wie eine Gießkanne. Er singt wirklich wunderschön, aber wunderschön ist es auch nur, so lange man nicht auf den Bildschirm schaut. Heute versucht er sich an Allein, Allein von Polarkreis 18 und You give me something von James Morrison. Er wird wie jeden Samstag wunderbar singen. Bleibt zu hoffen, dass er heute auch mal aus dem Quark kommt.

Dominik Büchele singt Wire to Wire von Razorlight und Stark von Ich+Ich. Als James-Blunt-Coversänger kann er ein Vermögen verdienen – bei irgendeiner Zeltdisko oder auf einer Kirmes. Dominik ist langweilig ohne Ende, hat aber den Milchbubibonus, der ihm tausende Anrufe von pickeligen, pubertierenden Teenagermädchen beschert.

Vanessa Neigert singt Liebeskummer lohnt sich nicht von Siw Malmquist und Gib mir Sonne von Rosenstolz. Sie bekommt von mir den Schweden-Bonus für das Malmquist-Lied. Rosenstolz finde ich allerdings ätzend, somit ist der Bonus schon wieder weg. Vanessa hat definitiv eine Nische gefunden mit ihrer Schlagernummer und sie sollte sehen, dass sie dahingehend einen Fuß in die Tür bekommt. Ein Superstar für DSDS ist sie jedenfalls nicht.

Annemarie Eilfeld hat unter der Woche ja wieder ordentlich die Bild-Zeitung instrumentalisiert. Mal sehen, was es bringt. Blond und knapp bekleidet zieht eigentlich immer, sex sells. Die Lady Gaga versucht sich an eben solcher mit dem Song Just dance. Das zweite Lied ist Nobody knows von Pink. Pink sollte man nicht covern. Nie, nie, nie. Die Stimme dieser Frau ist einfach zu individuell und die Songs sind zu individuell auf ihre Stimme zugeschnitten.

Immerhin müssen die Kandidaten heute zweimal ran, da dürften so einige ins Schwitzen kommen. In knapp einer Stunde geht es los.
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20:17: Nina Eichinger ist in Lebensmittelfarbe zum Eier bemalen gefallen. Nein, sie nicht. Aber ihr Kleid.

20:19: Sarah Kreuz sieht ein bisschen aus wie Schneewittchen. Ist Annemarie dann die böse Stiefmutter?

20:20: Oh nein, die Kandidaten müssen wieder Songs widmen. Ich erinnere mich an Schnulzengott….wie hieß er noch gleich…..Mike-Leon, genau, der seiner Vanessa einen Song widmete und sich freute, dass sie ihm gezeigt habe, was wahre Liebe sei. Schön, dass Wochen später alles aus war, weil er wohl zu karrieregeil war.

20:23: Dominik Büchele mit Stark. Spontan denke ich daran, wie Thomas Godoj den Song gesungen hat. Das war so irre, dass ich Gänsehaut hatte. Aber jetzt…bewegt sich nicht ein Haar. Lustlos, emotionslos. Ich habe schon nach einer Strophe genug gehört.

20:26: Valiumshow. Ja, das trifft es wohl. Dieter hat wie meistens recht. Langeweile, sag ich ja.

20:31: Benny Kieckhäben trällert Und wenn ein Lied. Nicht schlecht. Aber ich neige immer dazu, das mit Xavier N. zu vergleichen. Er singt es, aber mehr auch nicht. Für eine Boyband würde das vielleicht reichen. Schreyl fand es gut – wundert mich jetzt nicht.

20:40: Vanessa Neigert ist dran mit Liebeskummer lohnt sich nicht. Ich finde es immer wieder erstaunlich, welche Stimme aus diesem Körper kommt und wie fröhlich die klingt. Schlager hat sie einfach drauf, aber das Gelispel geht mir allmählich ein wenig auf den Senkel. Da freuen wir uns doch schon auf  “Gib mir Sssssonne”.

20:56: Endlich geht es weiter. Annemarie Eilfeld versucht sich an Pink. Geht eigentlich gar nicht. Vielleicht darf man nicht darüber nachdenken, dass es NICHT Pink ist. Bei DSDS habe ich aber definitiv schon Schlechteres gehört.

21:06: Daniel Schuhmacher mit You give me something. Damit kann er eigentlich nichts falsch machen, denke ich noch vorher. Letzte Woche fand ich ihn schlecht und langweilig, hat den Marvin-Gaye-Song verhauen. Aber heute ist er wieder in alter Form, obwohl ich irgendwie das Gefühl habe, er singt in der falschen Tonlage. Hört sich schief an, obwohl es das nicht ist.

21:09: Der Neumüller bleibt mir aus ungreifbaren Gründen suspekt und unsympathisch.

21:13: Sarah Kreuz macht sich trotz Kehlkopfentzündung einmal mehr unforgettable. Entweder man kann singen oder man kann es nicht. Sie kann es . Ist natürlich kein Song für die breite Masse. Aber mit Beyoncé holt sie das wieder rein bzw. raus.

Runde eins ist abgeschlossen. Einmal mehr verfestigt sich mein Gedanke, dass so ein RICHTIGER Superstar gar nicht dabei ist. Je mehr Shows, desto deutlicher wird es. Und irgendwie wirkt Dieter lustloser als früher. Vielleicht ist es Zeit, das Format allmählich mal einzustellen.

21:28: Dominik Büchele mit Lied zwei. Überraschend gut. Vielleicht, weil das Lied nicht schwer zu singen ist? Mir gefällt’s, obwohl es wieder einen Tick zu BLUNTig klingt. Nachtrag 21:33: Heute liege ich wohl daneben. Mir hat es wirklich gefallen!

21:36: An welche Stimme erinnert mich die von Benny Kieckhäben? Und, ist das ein gutes oder schlechtes Zeichen? Er hat sich auf jeden Fall gemacht, ist viel besser und sicherer geworden. Und er ist eine kleine Rampensau. Davon sind ja dieses Jahr nicht viele dabei. Letzter Woche hat es mir allerdings besser gefallen, was er so gezaubert hat.

21:49: Gib mir Saaaaaahne….äh…Soooonne. Entschuldigung. Das perfekte Lispel-Lied, egal ob Sonne oder Sahne.

21:56: Oh, auch diese Woche ein Schreyl-Schwulen-Witz, diesmal von Pocher.

21:59: Blondie trifft jetzt irgendwie gar keine Töne. Aber die Lady-Gaga-Haarschleife ist gut geworden.

22:06: DSDS goes Boyband. Allein, Allein – das geklaute Lied von Polarkreis 18. Abgekupfert unter anderem bei A walk in the park. Daniel singt es super, strahlt aber immer noch wie eine Gießkanne. Schade drum. Nachtrag 22:09: Zitat Dieter Bohlen: “Lass uns später was auf englisch machen.” Na dann..

22:10: Ich kann langsam keine Balladen mehr von Sarah Kreuz hören – laaaaaaaaaaangweilig. Ich geh Gassi und ich glaube, Benny fliegt heute. Einfach nur deswegen, weil er bisher immer so kurz davor war.

Nachtrag, 12.04., 09:32: Ich gebe es zu, ich habe die Entscheidung nicht mehr gesehen. Ich war zu müde von zu viel Sonne. Aber: Vanessa Neigert ist rausgeflogen. Der Rosenstolz-Auftritt war wohl das Zünglein an der Waage. Oder die Leute hatten genug von Schlager. Oder die Leute hatten genug vom Lispeln. Oder die Leute hatten genug vom Kleinmädchencharme. Oder…..! Ich könnte zig Gründe anführen. Das gilt allerdings auch für jeden der anderen fünf Kandidaten. Nein, dieses Jahr macht es keinen Spaß.