Wenn Legenden leise sterben: Die “X-Files” sind geschlossen

Kirsten: Ich gehöre zu den fünf Fans auf diesem Planeten, die niemals wollten, dass Chris Carter die X-Akten noch einmal in die Hände nimmt. Der zweite Film war unterirdisch schlecht, aber das Ende war versöhnlich. Mulder und Scully zusammen in diesem Haus mitten im Nirgendwo. Sie Ärztin, er weiterhin einfach ein Nerd. Irgendwie glücklich, nicht mehr beim FBI. Die Monster im Dunkeln müssen sie nicht mehr jagen. Sie hatten sich. Endlich ein Ende! Ich war damit zufrieden. Und in der Sekunde, als es hieß, dass Chris Carter eine zehnte Staffel X-Files produzieren würde, war mir klar, dass das nur in der kompletten Katastrophe enden konnte.

Die zehnte Staffel, die ähnlich schlecht war wie der zweite Film, ließ mich ratlos und uns alle mit einem riesengroßen Cliffhanger zurück. Nun, in Staffel 11, stellte sich heraus: Scully hatte “nur” Visionen. Ach so, na dann. Diesmal zehn statt nur sechs Episoden, da sollte doch eigentlich genug Zeit sein, einen Plot zu entwickeln, die Mythologie wieder auf die Reise zu schicken, die fiesen Gegenspieler vorzustellen und standesgemäß einzuführen. Die elfte Staffel war stets bemüht – würde ich ins Zeugnis schreiben, denn diesmal dienten nicht nur die Klappen-Folgen 1 und 10 als Mythologie-Erzählung, sondern es wurde zwischendurch immer mal wieder William, der verschollene Sohn, ins Spiel gebracht. Dennoch ging der Versuch wieder daneben. Für dieses glücklose Unterfangen steht vor allem die Abschlussfolge, die gut und gerne die letzte X-Files-Folge überhaupt sein kann. Auf jeden Fall die letzte mit Gillian Anderson, die ihren Rückzug schon verkündet hat. Im Grunde ist das alles spoilerfrei schnell zusammengefasst: Verfolgungsjagden mit Auto, zu Fuß und natürlich immer im Dunkeln und unbedingt ohne Hand und Fuß. Und das alles möglichst lang, damit man sich 15 Minuten lang schon mal über die Zeit ärgern kann, die damit vertan wurde, unsinnige Jagden zu zeigen, statt eine Geschichte zu erzählen. Ich schaute das erste Mal nach 18 Minuten auf die Uhr, erschrak darüber, dass schon 18 Minuten vorbei und eigentlich noch nichts passiert war! Und dann geht alles ganz schnell. Showdown, Waffen, viel Dunkelheit, Tote, Blut, der Krebskandidat, William, Mulder und Scully. Und ein Ende, bei dem man nicht weiß, ob man weinen oder lachen soll. Irgendwie weniger dramatisch als gedacht, kein gar so schlimmer Cliffhanger, aber alles sehr unbefriedigend. Dialoge aus der Hölle, eine Mythologie ohne Anfang, ohne Ende, ohne Sinn und Verstand. Gegenspieler, deren Tod einen komplett kalt lässt, weil man sie eh nicht kannte.

Unter dem Strich steht ein Satz: Chris Carter hat seine eigene Kreation langsam und qualvoll umgebracht. Er kann es einfach nicht (mehr). Bitte bitte bitte lasst ihn das einfach nicht mehr tun. Lasst Mulder und Scully und ihr kleines Wunder einfach in Ruhe.

Immerhin hat Carter hellseherische Fähigkeiten. Die allumfassenden Folgen heißen nicht umsonst “Der Kampf”, wörtlich übersetzt eigentlich “Mein Kampf” – aber das traute man sich in Deutschland aus verständlichen Gründen wohl nicht. Auf jeden Fall sind alle vier Teile der pure Kampf: ums eigene Überleben, um nicht einzuschlafen, gegen den Herzinfarkt vor lauter Zorn, gegen eine wütende Heulattacke, um den eigenen Verstand. Vielen Dank, Herr Carter, wir arbeiten daran. Es spricht für sich, dass der beste Satz aus der vierten Episode der “Kampf”-Reihe dieser hier von Mulder ist: “I had some payback … to pay back.” (Ich musste Vergeltung… vergelten.) Hatte ich Dialoge aus der Hölle erwähnt?

Lieber Chris Carter, einen Gefallen bitte: Leg den Griffel weg!

Markus: Es hätte so schön sein können: Mit Geschichten über psychopathische Zwillinge (grandiose Leistung von Karin Konoval!), Höllenhunde und Amok laufende Technik, die hinter dem “Black Mirror” lauert, bewiesen die “X-Files”, dass sie nicht zum alten Eisen gehören und in guten Momenten dem Nachwuchs zeigen, wo der Hammer hängt.

Einzig der Auftakt ließ dröhnende Schläge auf den Amboss vermissen und stattdessen ein harmloses, aber selbstverliebtes Hämmern hören – denn einmal mehr stand Chris Carter an der Schmiede, und der hat seinen Schwung bereits irgendwann Anfang der 90er verbraucht. Der Mann hat ein ganzes Genre erfunden oder zumindest definiert. Er hat eine Fernsehserie geschaffen, die wie keine andere ein Jahrzehnt geprägt hat. Er hat uns Mulder und Scully geschenkt, das verdammt tollste Paar in der Geschichte des Heimkinos. Und zu keinem Zeitpunkt hat er verstanden, was er da überhaupt tut.

Denn es war nicht schön, es war schade – das Ende nämlich, der Staffel, der Serie gar. Die Erwartungen waren hoch, und das waren sie zurecht. Wenn Legenden gehen, dann bitte mit einem lauten Krachen, das den metaphorischen Amboss in tausend Teile zerbersten lässt. Wir wollten einen Rückblick mit Erinnerungen an all die Charaktere, die uns so lange begleitet haben – die Gunmen, Deep Throat, meinetwegen den fuckin’ Wurmmann! Wir wollten Pathos und bittersüße Melancholie. Wir wollen ein Happy End – oder wenigstens ein Ende, das dem übermächtigen Erbe der X-Akten würdig ist.

Stattdessen bekamen wir eine mit ungelenk inszenierten Vorfolgungsjagden gestreckte Standardfolge voller Leerlauf, sinnlosem Getöse und einer letzten Szene, die allenfalls nicht ganz so furchtbar war wie befürchtet. Nur: Dies sind die “X-Files” – und wenn die für immer zugeklappt werden, dann hat das gefälligst großartig zu sein und nicht “hätte schlimmer kommen können”.

Schlimmer geht natürlich immer, das hat uns Mister Carter so intensiv gelehrt wie niemandem zu vertrauen. Aber wenn wir ein Vierteljahrhundert lang mitfiebern, wie die beiden FBI-Agenten die Wahrheit jagen, dann wollen wir am Schluss erleben, dass diese nicht mehr irgendwo da draußen ist, sondern endlich greifbar nah. Und dass unsere Helden ihre verdiente Ruhe finden.

Doch Sturkopf Carter serviert uns einen stumpfen, einen verkrampften, einen weiteren Cliffhanger. Eigenartige Dialoge, die selbst Anderson und Duchovny einiges abverlangen. Eine Storyline, die im Nichts endet. Und eine Reihe unnötiger und sinnfreier Tode. Das alles ist fast würdig, in diese Liste des Grauens aufgenommen zu werden. Unterm Strich bleibt ein Satz mit X (immerhin das ist konsequent) und die Hoffnung, dass die X-Akten wirklich für immer geschlossen bleiben. Traurig genug.

Mulder und Scully werden mir fehlen. Ihr Erfinder sicher nicht.

“This” is it: “The X-Files” schlägt neue, alte Seiten auf

Was tun FBI-Agenten eigentlich in ihrer Freizeit, wenn sie sich erholen wollen von der Jagd nach Aliens und der Lösung geheimnisvoller Rätsel? Klar – sie sitzen schlafend auf dem Sofa. Scully (Gillian Anderson) und Mulder (David Duchovny) machen also nichts anderes als ihre Fans vor der Glotze. Bis ihnen plötzlich die Kugeln um die Ohren fliegen und beide beweisen müssen, dass sie notfalls auch Gewalt anwenden können. Denn ein alter Freund braucht ihre Hilfe. Ein Freund, der bereits seit 16 Jahren tot ist.

Manchmal muss man einfach damit leben, dass die Dinge sind, wie sie sind. Wunschhof, Ponykonzert – nicht immer ist das Leben, wie man es gerne hätte. Das gilt auch für so etwas Banales, für so etwas unheimlich Wichtiges wie eine Fernsehserie, die einen mal eben durch das halbe Leben begleitet hat. Hier hat Kirsten aufgeschrieben, wie sie die erste Folge der elften Staffel von “The X-Files” fand, und dem ist nichts hinzuzufügen.

Also ergab ich mich in mein Schicksal und in das meiner beiden Helden. Ihr Schöpfer Chris Carter hatte sie zu einem langsamen und unwürdigen Sterben verurteilt. Die zweite Season nach dem Comeback wird vermutlich die letzte sein, definitiv aber die letzte mit Anderson. Wer Mulder und Scully ein glückliches Ende gewünscht hatte (und wer hatte das nicht), hat nur noch wenige Episoden bis zur finalen Enttäuschung. Und plötzlich kommt Regisseur Glen Morgan und rettet den Tag. Besser: die dunkle Nacht.

Mehr Action gab es in “Akte X” eigentlich nie. Da fliegen auch schon mal die Fäuste: Mulder, Fox Mulder, zeigt, dass nicht nur britische Agenten über Leichen gehen. Und auch wenn mancher Meilenstein dieser Schnitzeljagd nicht besonders subtil sein mag: Immerhin morst hier kein Gehirn um Hilfe. Stattdessen taucht einer der beliebtesten Nebencharaktere wieder auf. Zumindest fast. Oder teilweise. Oder ganz anders. Inszenierung und Setting erinnern an eine weitere Kultfigur aus dem Königreich, nämlich Doctor Who: Es gibt eine absurde Idee, die konsequent umgesetzt wird und deswegen zu packen weiß. Und mittendrin in dieser gewalttätigen Verschwörung um “neue” Techniken stecken die beiden Protagonisten, die vermutlich am liebsten noch ihre Stabtaschenlampen (und ihre Schulterpolster) aus der guten alten Zeit hätten. Ihr Gegenspieler diesmal: ein Doppelgänger von Bob aus “Twin Peaks”…

Was nicht so gut gelungen ist: Skinner (Mitch Pileggi) bleibt out of character, nachdem er doch spätestens in der Comeback-Staffel zum klaren Unterstützer seiner Agenten geworden war. Warum er nun wieder die Rolle des lediglich widerwillig unterstützenden Bremsklotzes übernimmt, war mir schon in “My Struggle III” nicht ganz klar. Vermutlich kommt Pileggi – anders als Anderson und Duchovny – nicht besonders souverän gegen Carters wirre Dialoge und Drehbücher an. Das weht bis in die zweite Folge herüber.

Was natürlich super gelungen ist: Mulder und Scully, vor allem ihre Darsteller, bleiben das Genre-Traumpaar schlechthin. Die können gar nicht anders als großartig. Da fliegen die Funken. Da kracht es, wo es krachen muss. Und da klickt ineinander, was zusammengehört.

Es fliegen also Kugeln, Fäuste und Funken – und das ist soviel mehr, als Carter mit dem Staffelauftakt hinbekommen hat. “This” hat Herz und Hirn, erinnert an früher und schafft neue Spannung, macht verdammt viel richtig. Ihr habt vergessen, warum ihr die X-Akten liebt? Die zweite Folge der elften Staffel wird euch dran erinnern.

My struggle III: Wie eine große Liebe (Akte X) stirbt

Sie war meine erste große Liebe, eine, die niemals enden wollte und sollte und auch gar nicht konnte. Denn Chris Carter hatte sie mit einem einigermaßen annehmbaren Serienende und einem schlechten zweiten Kinofilm schiedlich-friedlich irgendwie zu Grabe getragen. Mit diesem Ende konnte ich leben. Nicht alles wurde wiedergekäut, manche Dinge waren in Stein gemeißelt. Wir, sie und ich, machten uns auf, Hand in Hand Richtung Sonnenuntergang zu laufen, in das ewige Nichts des Vergessens. So konnte ich sie im Herzen tragen, meine große Liebe. Sie würde niemals sterben. Bis… ja, bis… Chris Carter, Fox und irgendwelche Irren beschlossen, sie wiederzubeleben und erneut zu töten, diesmal richtig langsam und qualvoll. Die Rede ist von, klar, Akte X, The X-Files.

Ich will mich gar nicht lange an einem Rückblick zu Staffel 10 aufhalten, doch die schmeckte im Nachgang gar nicht mehr so gut wie beim ersten Gucken. Viele Folgen waren viel zu schnell, zu verwirrend, zu unlogisch, zu wenig Akte X, viel zu wenig Mulder und Scully. Es wirkte, als wollte man in sechs Folgen packen, was man acht Jahren Pause schließlich nicht erzählen konnte. Die Mythologie war allenfalls eine Randnotiz – oder eher etliche Randnotizen. In verwaschener Schrift, einiges durchgestrichen, neu entworfen, zurückgespielt, ausradiert und so weiter. Sehr sehr frustrierend, dass Chris Carter uns am Ende wieder mit einem Cliffhanger zurückließ. Scully, die auf ein UFO blickt. Diesmal mussten es also die Aliens sein…

Ob es jemals eine elfte Staffel geben würde, war lange unklar. Dann die Erlösung: Ja, Staffel 11 kommt. Bitte, bringt den Kram doch endlich zum Abschluss. 25 Jahre, über 200 Folgen, ein Mythologie-Labyrinth ohne Ein- und Ausgang. Ich betete schon früh darum, dies möge bitte das Ende sein. Es reicht! Denn Chris Carter macht seit Jahren nur noch eins: es immer schlimmer.

Meine Erwartungen an Staffel 11 sind dementsprechend gering. Letzte Nacht also der Start mit Folge 1: My Struggle III. Diese Folge ist die Fortsetzung des ersten und letzten Teils von Staffel 10 – und auch erzählerisch steht die Folge den ersten beiden in nichts nach. Es ist hektisch, schnell, irgendwie billig, wenn Fox Mulder in einer Verfolgungsjagd einen Wagen abhängt, um diesen dann selbst zu verfolgen. Die einzige Möglichkeit, den UFO-Twist aufzulösen, ohne wirklich ein UFO zu zeigen, hat Chris Carter aus dem Ärmel geschüttelt – DAS war also durchaus vorhersehbar. Es war auch vorhersehbar, dass Chris Carter seinen Charakteren, irgendwann mal mit viel Liebe und Leidenschaft ins Leben gerufen, keine Ruhe gönnen würde.

Nach knapp 41 Minuten ist es dann auch schon wieder vorbei mit dem ersten von insgesamt zehn Intermezzos, es bleibt ein fader Beigeschmack. Wo will Chris Carter hin? Was möchte er uns noch erzählen?

Ohne zu viel vorwegzunehmen: Am Ende dieser ersten Folge setzt er die Zuschauer über eine Wahrheit in Kenntnis, von der Mulder und Scully nichts wissen. Wir werden also nun wohl eine ganze Staffel einen Wissensvorsprung vor den Hauptfiguren haben und jedes Mal darum kämpfen, nicht den Fernseher anzubrüllen, dass sie doch bitte dies oder jenes tun oder nicht tun sollen. Es ist eine Wahrheit, die einen der größten Twists der Serie auflöst, alles auf den Kopf stellt, was bisher als Wahrheit gelten konnte, alles neu erzählt. Eine Wahrheit, die Carter schon 1999 kannte, und die er uns erst jetzt mitteilen wollte. Eine unglaubliche Wahrheit. Dies könnte die Staffel retten, dies könnte sogar die Serie noch retten, der man einfach kein schönes Ende mit einem Spaziergang in den Sonnenuntergang gönnen wollte.

Unter dem Strich steht nach 41 Minuten vor allem eins: Ernüchterung. Nein, Chris Carter sollte einfach keine Folgen mehr schreiben. Er sollte endlich den Stift aus der Hand legen und andere machen lassen. Es ist leider gar nicht möglich, den Plot dieser Folge spoilerfrei wiederzugeben, daher wird an dieser Stelle darauf verzichtet. Ein paar Fakten: Scully geht es gar nicht gut, der Krebskandidat will die Menschheit auslöschen, Mulder soll das verhindern, Skinner gerät zwischen die Fronten. Der Plot um Walter Skinner könnte dabei noch der wichtigste dieser Staffel werden.

Für mich und meine große Liebe im Herzen bleibt nur eins: warten, von Woche zu Woche hangeln, hoffen, dass alles besser ist als vor zwei Jahren. Dass es endlich einen Abschluss gibt. Dass Chris Carter es danach bitte entweder sein oder seine Schöpfung mit einem Kracherfilm einfach explodieren lässt.

Die Stimmung macht die Musik

Darüber, welches die besten Soundtracks der Film- und Fernsehgeschichte sind, streiten sich Fans und Gelehrte seit Generationen. Zwei Namen fallen in diesem Zusammenhang natürlich immer wieder: John Williams und Ennio Morricone. Quasi die beiden großen alten Männer der klassischen Filmmusik. Und es ist ja auch was dran – beispielsweise schafft es niemand, so bedrohlich wie Williams zu klingen, wenn er Leinwandbösewichten eigene Themen auf den Leib schreibt.

Also so:

Oder so:

Aber es gibt zwei Titelmelodien zu Fernsehserien, die es mit dem Meister in Sachen Düsternis eventuell aufnehmen können…

Mark Snow ist einer der meistbeschäftigten Fernsehkomponisten überhaupt. Als Beispiele für sein umfangreiches Schaffen seien an dieser Stelle nur die Themen von “Hart, aber herzlich” (1979) und “Cagney & Lacey” (1981 – übrigens ist er mit der Schwester der Hauptdarstellerin Tyne Daly verheiratet) genannt. Die meisten verbinden mit ihm aber die Melodie für eine Serie der 90er Jahre, die praktisch Geschichte geschrieben hat. Mal ehrlich – unheimlicher geht es kaum:

Angelo Badalamenti ist in der Branche durchaus vielbeschäftigt. Auf sein Konto gehen unter anderem die Scores für die wichtigsten Filme von David Lynch, darunter “Blue Velvet” (1986) und “Wild At Heart” (1990). Da war es wenig überraschend, dass Lynch den Komponisten 1990 auch für seine Fernsehserie engagierte. Herzlich willkommen in Twin Peaks – mal schauen, wer über Nacht bleibt:

2016 – so war’s: Legenden, Loser und ein bisschen Leerlauf

unbenanntOhne gleich an Anfang des Endes die Luft rausnehmen zu wollen: Besonders aufregend war es nicht, das viel gescholtene Jahr 2016. Ich war relativ selten im Kino, habe mehr oder weniger absichtlich den einen oder anderen vermeintlichen Pflichtfilm ausgelassen, ohne es zu bereuen. Dafür habe ich mein Heimkino aufgerüstet, also die Glotze endlich smart gemacht (die abenteuerliche Geschichte dazu könnt Ihr hier nachlesen). Und das hat mein Fernsehverhalten deutlich verändert.

Linearfernsehen ist Geschichte. Nur sehr, sehr selten riskiere ich mal wieder einen raschen Blick ins Angebot der Öffentlich-Rechtlichen – und dann über die App des “Fire TV Sticks”. Zuletzt übrigens, als ZDFneo den Piloten der Miniserie “Tempel” in die Mediathek gestellt hatte. Besonders viel lässt sich dazu noch nicht sagen, aber die erste Runde des Boxer-Dramas mit Ken Duken war durchaus sehenswert.

Das galt natürlich auch für das Comeback von “Sherlock”. Comeback? Tatsächlich klaffen zwischen den einzelnen Blöcken der Kultserie derart große zeitliche Lücken, dass man praktisch jedesmal von einer Rückkehr sprechen kann. “Die Braut des Grauens” war eine relativ aufwändig gedrehte Einzelgeschichte, noch dazu leicht überfrachtet mit einer Zeitreise, die keine war… oder doch? Man wünscht sich jedenfalls, dass die Produzenten die Zeit bis zu den nächsten neuen Folgen nutzen, um sich darauf zu besinnen, was vor allem die ersten Teile so großartig gemacht hat. Zuletzt gerieten die Abenteuer des Meisterdetektivs bisweilen doch arg selbstverliebt.

Selbst den “Tatort” habe ich in diesem Jahr häufiger ausgelassen als gewohnt – und das, obwohl sich unsere sonntägliche Twitter-Begleitung des jeweils neuen Falls unter @kartoffelsitz zunehmender Beliebtheit erfreut. Das zweite “Taxi nach Leipzig” – die 1000. Folge der Reihe – war natürlich gesetzt und erwies sich als grandioser Fernsehkrimi, dem Anlass durchaus würdig. Und selbstverständlich halte ich Faber die Treue – wenn der kaputte Einzelgänger durch Dortmund streift, sitze ich im Fernsehsessel.

Auch der SchleFaZ auf Tele 5 findet mein Wohlwollen – in den vergangenen Monaten allerdings nur einmal. Und das ausgerechnet bei “Sharknado 4”, der ja eigentlich gar kein Trash ist, sondern bewusst für die Zielgruppe produziert. Laune macht das bekloppte Fisch-Gemetzel trotzdem, selbst in der vierten Auflage noch. Ob ich eine fünfte brauche, bin ich allerdings nicht ganz sicher.

Beim Gedanken an SchleFaZ-Altvater Oliver Kalkofe fällt mir eine Serie ein, die ich in dieser Aufzählung fast vergessen hätte: Mit “Morgen hör ich auf” versuchte sich Kalkmans in Ungnade gefallener Sidekick Bastian Pastewka nach dem endgültigen Aus für “Tripple WixXx” und der zugrunde liegenden Freundschaft als ernstzunehmender Schauspieler. Kirsten hat ja hier bereits erklärt, warum das ZDF sich mit der Marketing-Idee, den Fünfteiler als “das deutsche Breaking Bad” zu verkaufen, keinen Gefallen getan hat. Ich persönlich warte bei Pastewka irgendwie immer auf eine Pointe, die es in diesem Fall natürlich nicht gab. Das liegt nicht an ihm (er macht seinen Job als überforderter Verlierer wirklich gut), sondern an mir. Zu tief sitzt der Schmerz, dass ich auf eine achte Staffel seiner Serie “Pastewka” wohl vergeblich warte.

Schau ich mir halt die alten Folgen wieder und wieder auf Netflix an. Der Bezahlfernsehen-Riese hat in mir ohnehin einen treuen Kunden gefunden. Die vierte Staffel von “Orange Is The New Black” hat mich wie erwartet aus den Socken gehauen – warum ich ein Fan bin, habe ich hier ja bereits ausführlich erläutert. Ebenfalls beeindruckt hat mich “Stranger Things”, eine Serie, der ich den unfassbaren Erfolg wirklich gönne. Der unheimliche Trip in die 80er ist liebevoll gemacht, hat tolle Schauspieler und relativ gute Spezialeffekte. (Zur spoilerfreien Rezension geht es hier entlang.)

Nicht ganz so mitgerissen wurde ich leider von “Marvel’s Luke Cage”. Zu bleischwer stampfte der Ghetto-Verteidiger durch sein Viertel, zu betulich wird seine Geschichte erzählt. Wie ich hier bereits dargelegt habe, habe ich die 13 Folgen eigentlich nur ertragen, damit mir als beinhartem MCU-Fanatiker nichts entgeht, was für die Entwicklung der Saga wichtig sein könnte. Schade, da wäre mehr drin gewesen.

Auch Amazon Video darf sich freuen, in mir einen Anhänger gefunden zu haben. Vor allem die lizensierten Serien aus dem Hause AMC haben es mir angetan – dort traut man sich in der Regel, den entscheidenden Schritt weiter zu gehen, weiter in Richtung Kinostil, aber auch in Richtung Gewalt und Witz. “Preacher” beispielsweise wurde den Vorschusslorbeeren tatsächlich gerecht: Die Story um den schlagkräftigen Geistlichen und seine mörderischen Partner brauchte ein wenig, um Fahrt aufzunehmen, fesselte dann jedoch mit drastischen Szenen und schwarzem Humor. Mit ersteren geizen natürlich auch “The Walking Dead” und der Ableger “Fear The Walking Dead” nicht. Leider kommt die Mutterserie mit Staffel 7 etwas fußlahm im Leerlauf daher – Kirsten bringt es hier auf den Punkt. Dafür punktete die Tochter vor allem in der zweiten Hälfte ihrer zweiten Staffel mit grandiosen Ideen und Entwicklungen, die auch langjährige Beobachter der Untoten so noch nicht gesehen haben dürften. Hier erkläre ich das etwas genauer.

“Lucifer” fand ich recht unterhaltsam, wenngleich es mit der Comic-Vorlage nicht mehr viel zu tun hat. Letztlich ist der Einsatz des Gehörnten als Aushilfs-Cop in der Stadt der Engel jedoch kaum aufregender als all die klassischen Krimiserien, die bei uns im Privatfernsehen laufen. Oder anders: Diese teuflische Variante von “The Mentalist” ist nicht direkt höllisch scharf. (Meine Kritik dazu und zu “Preacher” kann man hier nochmal nachlesen.) Ähnliches gilt für “The Night Manager”, wobei die Miniserie eigentlich alles richtig macht: mit Hugh Laurie und Tom Hiddleston großartig besetzt, gedreht an Originalschauplätzen, sorgfältig inszeniert – und stinklangweilig. Ich bin einfach kein Fan von John le Carré, und diese sechs Folgen haben es nicht geschafft, etwas daran zu ändern.

Mein persönlicher Höhepunkt des Fernsehjahres war trotz aller berechtigten Kritik, dass die X-Akten wieder geöffnet wurden. Die zehnte Staffel von “The X-Files” haben wir hier, hier und hier bereits episch gewürdigt, daher soll es an dieser Stelle dabei belassen werden: Es war nicht alles perfekt, aber wenn es gut war, war es großartig. Wie das mit langen Beziehungen nun mal so ist.

Auf den letzten Drücker hat mich Kirsten noch mit “Designated Survivor” angefixt, das auf Netflix läuft. Kiefer Sutherland spielt den unfreiwilligen US-Präsidenten Tom Kirkman als Antithese zu Kevin Spaceys Frank Underwood (“House Of Cards”) – macht süchtig und hält die Spannung des ersten halben Dutzend Folgen hoffentlich über die volle Distanz von 22.

Zwei Serien, in die ich nur reingeschaut habe, sind “The Shannara Chronicles” und “Legends Of Tomorrow”. Während mir die Verfilmung der Romanreihe von Terry Brooks etwas zu sehr auf eine juvenile Zuschauerschaft zugeschnitten zu sein schien, war mir die neueste Serie aus dem DC-Fernseh-Universum ein bisschen zu bunt. Sicher, sämtliche TV-Reihen des Comic-Verlags scheuen sich nicht davor, eine überdrehte Alternative zur eher düsteren Ausrichtung des ewigen Konkurrenten Marvel anzubieten. Aber im Vergleich zu “Arrow” oder “Flash” sind die Zeitreisen der zusammengewürfelten Zweitligisten doch ein bisschen sehr hysterisch geraten, ganz im Geiste ihrer Vorlage. Sollte es sie demnächst als Teil meiner Amazon- oder Netflix-Abos geben, hole ich sie gerne nach. Bis dahin kann ich als Marvel-Fanboy zunächst verzichten.

Apropos DC (und damit blicken wir zurück auf das Kinojahr): 2016 habe ich den schlechtesten Film aller Zeiten gesehen – sein Name ist “Batman v Superman: Dawn Of Justice”. Die ersten zehn Minuten lang war ich noch ganz angetan davon, was uns da als Fortsetzung von “Man Of Steel” präsentiert wurde. Aber mit fortschreitender Handlung wurde ich zunehmend fassungsloser: Ich begreife einfach nicht, wie etwas derart Unterirdisches es auf die große Leinwand schaffen konnte. Das Drehbuch ist eine einzige Aneinanderreihung von Logiklöchern, keiner der Charaktere tut auch nur im Ansatz etwas Nachvollziehbares, die Inszenierung ist so ungelenk wie unstrukturiert – kurz: Dieser Drecksfilm ist ein derart hemmungsloses Fiasko, dass ich quasi seit Verlassen des Kinosaals aus dem Kopfschütteln nicht mehr herauskomme. Und nein, ich richte nicht deshalb so gnadenlos, weil ich dieses “düstere Meisterwerk” nicht verstanden habe (so argumentieren nämlich die wenigen zufriedenen Zuschauer gern). Sondern weil dieser Schlag ins Gesicht eines jeden normal begabten Kinobesuchers es einfach nicht besser verdient hat. Grandiose Grütze, völlig zurecht nicht der erhoffte kommerzielle Erfolg und ebenso zurecht mit Folgen für die weiteren Kinopläne des Hauses DC. Ich bin auf jeden Fall raus, was künftige Filme dieser Reihe angeht. (Lest ruhig nochmal hier meinen Verriss und gönnt euch ein paar der 4738 vernichtenden Kritiken auf YouTube.)

Nun würde ich natürlich in diesem Zusammenhang gerne berichten, dass Marvel es besser, vielleicht sogar alles richtig gemacht hat. Aber leider wäre das gelogen. Allerdings muss man differenzieren: Das MCU bleibt weiterhin unangetastet. Wir sprechen über das größte Kino- und Fernsehprojekt in der Geschichte der bewegten Bilder – das ist bereits jetzt Legende, und nach wie vor gibt es daran allenfalls Kleinigkeiten zu bekritteln. Während DC den finsteren Flattermann und den außerirdischen Pfadfinder aufeinanderhetzte, brachte Marvel in “The First Avenger: Civil War” praktisch alle seine bisher auf der Leinwand etablierten Helden in Stellung. Nur Thor und der Hulk gönnen sich eine Auszeit – vermutlich wäre die Schlacht sonst zu schnell entschieden. Die Hintergründe für den Konflikt unter den Avengers werden glaubhaft dargestellt, alle Beteiligten wissen, was sie tun – und die finale Auseinandersetzung machte aus mir einen glücklichen Zwölfjährigen. Einzig die Frage, weshalb Marvel seinen Bürgerkrieg als Fortsetzung der Captain-America-Filme verkauft, bleibt ungeklärt. (Bitte hier entlang zur ausführlichen Besprechung.)

Der zweite MCU-Film in diesem Jahr war “Doctor Strange”. Wie ich hier bereits beschrieben habe, gibt Benedict “Sherlock” Cumberbatch den zaubernden Mediziner erwartungsgemäß stilsicher. Hinzu kommen fantastische Bilder, die einmal mehr vieles von dem, was Genrefans bislang auf der Leinwand gesehen haben, überbieten. Sollte man am besten in 3D und mit Dolby Atmos gucken (und sich eventuell vorher etwas gegen Seekrankheit einwerfen). So kann es gerne weitergehen auf dem Weg zu den “Infinity Wars”. Und ich bin sicher: Das wird es.

Nicht alle Comichelden aus dem Marvel-Verlag sind in den hauseigenen Filmen zu sehen. Die X-Men und alles, was mit dem Thema “Mutation” zusammenhängt, werden von 20th Century Fox zum Leben erweckt. Und bislang geschah das durchaus sehenswert: Zwar pfiffen die Produzenten mit zunehmender Laufzeit der Mutantensaga auf ein zusammenhängendes Konzept und innere Logik, dennoch kam stets ein weiteres überzeugendes Abenteuer von Professor X und seinen Schülern dabei heraus. Es fällt mir schwer, das zuzugeben: Das hat nun ein Ende. “X-Men: Apocalypse” macht seinem Namen auf unfreiwillige Weise alle Ehre. Ich hatte angesichts der wirren, lauten Trailer bereits Bedenken und schaute mir zum ersten Mal einen X-Men-Film nicht im Kino, sondern später auf Blu-ray an. Und um es kurz zu machen: Das genügt auch völlig. Es knallt und zischt, passieren tut nischt – jedes bisschen an Charme und Sozialkritik (zwei wichtige Eckpfeiler der Mutantenabenteuer) wird durch wüste Actionszenen beiseite gewischt. Das Ganze kommt derart seelenlos daher, dass man fast hofft, der fürs Frühjahr angekündigte “Logan” möge der letzte Film der Reihe sein. (Zumal er in einer anderen Zeitlinie spielt – Konzept, Logik, Ihr wisst schon…) Das Beste wäre es, Marvel würde übernehmen, damit zusammenwächst, was zusammen gehört.

Das wird allerdings auf absehbare Zeit nicht passieren, und das ist schade, aber schön. Denn der Grund dafür ist ein Film, der im X-Men-Universum spielt, allerdings als dreckiger kleiner Bruder des überkandidelten “Weltuntergangs” daherkommt: “Deadpool” war der Überraschungshit des Kinojahres. Und das völlig zurecht. Mit einem erstaunlich niedrigen Budget und einem noch niedrigeren Verständnis von Moral inszenierten die Produzenten einen lustigen und brutalen, charmanten und anarchistischen Thriller, der die Messlatte für Gewaltdarstellungen im Superhelden-Genre mal eben ein paar Meter nach oben wuchtete. Es ist zu erwarten, dass bereits Blut spritzt, wenn “Logan” zuschlägt, denn ähnlich wie Wolverine gehört Deadpool zu den brutaleren Zeitgenossen unter den maskierten Verbrecherjägern. Der quasselnde Söldner wurde derart adäquat ins Kino geschossen, dass man nur inständig hoffen kann, dass für die gesicherte Fortsetzung nichts an dieser Ausrichtung geändert wird. Genau so muss man das machen und auf keinen Fall anders.

So etwas Ähnliches dachte ich auch, als ich das Kino verließ, nachdem ich “Star Trek Beyond” gesehen hatte. Erst später kam mir der Gedanke, dass man doch ein bisschen was an der Fortsetzung des Reboots aussetzen könnte: Die Story vom Kampf der Kirk-Crew gegen einen mysteriösen Despoten ist ein klein wenig zu geradlinig und fühlt sich daher etwas zu sehr nach einer sehr aufwändigen Serienfolge an. Wobei ich auch verstehen könnte, wenn jemand gerade diesen Aspekt als positiv wahrnimmt. Meine ausführliche Rezension gibt es hier – natürlich ist das immer noch Star Trek, also von Haus aus großartig, vielleicht sogar etwas mehr als beim ersten “neuen” Film.

Mein letzter Kinobesuch in diesem Jahr wird wohl “Rogue One: A Star Wars Story” werden. Ich bin ein wenig skeptisch, immerhin reden wir hier über ein Prequel zu jenem Filmklassiker, der für mich immer “Krieg der Sterne” heißen wird, “A New Hope” hin, “Episode IV” her. Was, wenn mir die Figuren ans Herz wachsen? Dann sehe ich sie trotzdem nie wieder, denn in den folgenden Filmen spielen sie ja keine Rolle. Und warum ist die Protagonistin schon wieder ein toughes Mädchen? Sollen damit die neuen Fans eingefangen werden? Ich lasse mich überraschen und rechne zumindest mit großartiger Optik. Während ich mich deutlich mehr auf “Episode VIII” freue – also auf nächstes Jahr.

Wie das Fernsehen smart wurde: Abenteuer mit Netflix und Co.

Der Große mit seinem außerirdischen Kleinen: Multifunktionsfernbedienung trifft die Macht über den Fire TV Stick.
Der Große mit seinem außerirdischen Kleinen: Multifunktionsfernbedienung trifft die Macht über den Fire TV Stick.

Seid Ihr bereit? Bereit für das Unbekannte? Für eine neue Erfahrung, die alles in Frage stellen könnte, was Ihr zu wissen glaubtet? Was Ihr jetzt sehen werdet, wird euer Bewusstsein verändern… Okay, zugegeben – mit etwas Verzögerung seine Glotze smart zu machen, ist nicht ganz vergleichbar mit einer Reise in die “Outer Limits”. Aber zumindest habe ich eine Weile gebraucht, bis ich mich endlich überwunden hatte. Geholfen haben mir das gute Zureden mancher Freunde – und das inzwischen kaum mehr erträgliche Programm öffentlich-rechtlicher wie privater Fernsehsender.

Die Installation

Wie vor den meisten Entscheidungen hat das Leben auch vor das Interesse am Smart TV die sprichwörtliche Qual der Wahl gestellt. In diesem Fall lautete die Frage: Apple TV oder Amazon Fire TV Stick? Das Produkt aus dem Hause der durchgestylten Wohlfühl-Technik hat einen entscheidenden Nachteil: Es ist nicht ohne weiteres möglich, das Angebot des vermeintlichen Konkurrenten Amazon zu nutzen. Wer das möchte, muss ein Mobilgerät (Smartphone, Tablet) dazwischenschalten und dessen Inhalt quasi auf den Fernsehschirm übertragen. Da ich aber bereits Amazon-Prime-Kunde bin und der Versandhaus-Gigant offenbar weniger Probleme damit hat, auch Mitbewerber-Programme wie Netflix zu integrieren, entschied ich mich für den Fire TV Stick. Film- und Nerdkram-Blogger Torsten Dewi hatte zudem bereits die vermeintlich problemlose Installation des Amazon-Produkts gelobt, und nach wenigen Tagen lag der Stick in meinem Briefkasten.

Profis stutzen bereits jetzt: “vermeintlich”? “Nach wenigen Tagen”? Wirbt Amazon nicht damit, dass wirklich jeder den Stick zum Laufen kriegt? Und bekommen Prime-Kunden ihre Bestellungen nicht am Folgetag? Die Antwort auf beide Fragen lautet: Ja, aber… Wie die meisten Anbieter von Hard- und Software geht Amazon von idealen Bedingungen aus. Doch stellt euch vor, Ihr lebt nicht in einer komfortablen Stadt mit ihrer Infrastruktur, sondern auf dem Land. Beispielsweise in einem kleinen Dorf. Dann ist’s nämlich Essig mit all den Vorteilen, die die Werbung anpreist. Die Post braucht grundsätzlich einen Tag länger als in urbanere Ortschaften. Und da ich fast nie zu Hause bin, vergeht in der Regel ein weiterer Tag, bis ich mein Päckchen nach Hause tragen darf (nachdem ich es im örtlichen Sonnenstudio/der Post-Servicestelle abgeholt habe). Ebenfalls problematisch – und nun wird’s interessant: Mein WLAN-Netz erreicht nicht ganz jede Stelle meines Hauses. Das mag einigen eigenartig vorkommen, ist aber für uns Dorfbewohner nichts Ungewöhnliches. (Es gibt hier ganze Straßenzüge ohne Mobilfunknetz.) Solltet Ihr bereits vor dem Erwerb des Sticks ahnen, dass derartige Probleme auftreten könnten, trägt die Lösung den schönen deutschen Vornamen Fritz. Für mich jedenfalls ist ein FRITZ! WLAN Repeater die einzige Chance, den Empfangsbereich bis ins Wohnzimmer zu vergrößern.

Während der Rest der Welt also begeistert davon schwärmt, wie simpel sich der Stick einrichten lässt, erinnere ich mich an knapp eine Woche nerviges Gewurschtel. Mit Hilfe eines verwandten Informatikers brachte ich den Repeater zum Laufen, und tatsächlich ließ sich der Stick irgendwann starten. Aber obwohl das WLAN als ausreichend erkannt wurde, stieg die Hardware immer wieder aus. In diversen Foren und auch unter den Bewertungen des Fire TV Stick auf der Amazon-Seite erfuhr ich, dass ich mit meinem Schicksal nicht allein war. Ein grummeliger Tweet brachte mich in den Genuss des tatsächlich vorbildlichen Kundenservices im Hause Amazon. Mehr noch: Jemand vom geheimnisvollen, fast legendären Expertenteam im Hintergrund rief mich zurück, um meine Schwierigkeiten fernmündlich aus der Welt zu schaffen. Das Telefonat dauerte recht lange, ich bekam Ratschläge, die ich bereits im Vorfeld beherzigt hatte, und zu schlechter Letzt überraschte mich der hörbar überforderte Experte mit einem Tipp, den ich nicht erwartet hatte: “Schicken Sie den Stick doch einfach zurück.” – “Prima, aber wie komme ich dann an Smart TV?” – “Vielleicht mit einer anderen Hardware, der Apple-Box oder so…” Das Gespräch wurde übrigens zur Qualitätskontrolle von seinem Arbeitgeber mitgeschnitten.

Als ich also kurz davor war, die Waffen zu strecken, kam mein verwandter Experte auf eine nahezu grandiose Idee: Amazon liefert mit jedem Fire TV Stick ein lächerlich kurzes “Verlängerungskabel”, das dazu dienen soll, den Gebrauch dadurch zu optimieren, dass der Stick etwa fünf Zentimeter vom Fernseher entfernt seiner Arbeit nachgeht, also beispielsweise auf dem Blu-ray-Player liegt statt gegen die Innenseite des Schranks zu stoßen. Mein cleverer Helfer hatte gehört, dass manche Fernseher aber wegen mangelnder Isolierung einen sauberen Empfang verhindern – und auch dagegen könne das kleine Kabel helfen: “Zu verlieren haben wir ja nix.”

Nachdem Ihr den schicken Stick und die gleichfalls ansehnliche Fernbedienung bewundert habt, werdet Ihr beim Auspacken über das armselige Kabel schmunzeln. Aber versprochen, Freunde: Im Notfall ist das die Lösung eurer Probleme. Zusammengefasst: Ich brauchte einen WLAN-Repeater, ein bisschen Gehacke durch einen Mann vom Fach und die alberne Verlängerung, um endlich, endlich den Fire TV Stick zum Laufen zu bringen. Von wegen “kinderleicht” und “schnell”… Ab diesem Punkt allerdings erwies sich dessen Bedienung wirklich als extrem unproblematisch. (Kleine Einschränkung: Ab und an steigt das WLAN noch aus, dann braucht der gute Fritz einen einfachen Neustart. Manchmal auch zwei.)

Das Programm

Der Stick hat einige individuelle Kundendaten vorinstalliert. “Wortvogel” Dewi beschreibt das als “datenrechtlich vielleicht ein wenig hakelig, aber komfortabel”, und dabei wollen wir es mal belassen. Das winzige Teil lässt sich ähnlich wie ein Mobilgerät mit Apps bestücken, und die Auswahl auch an Gratisangeboten ist überraschend vielfältig. Unter anderem bieten die Öffentlich-Rechtlichen ihre Mediatheken an, das Erste ist sogar mit einem Live-Stream dabei (wichtig für “Tatort”-Gucker), YouTube läuft problemlos, auch diverse Web-Radios unterschiedlicher Ausrichtungen sind am Start. Für mich besonders interessant: Netflix. (Aber damit beschäftigen wir uns natürlich noch.) Hinzu kommen ein paar eher alberne Videospiele, deren grafisches Niveau sich etwa auf dem von Web-Games bewegt.

In erster Linie ist der Fire TV Stick natürlich dazu gedacht, das Angebot seines Herstellers adäquat zu präsentieren. Man kann sicher darüber diskutieren, wie sinnvoll es ist, Amazon-Prime-Kunde zu sein: Die meisten Bestellungen sind am nächsten Tag da (oder auch nicht), und man hat Zugriff auf diverse Filme und Serien – das sind die beiden wesentlichen Vorteile. Leider ist das Filmangebot relativ überschaubar. Manniac twitterte kürzlich, Prime Video sei der Ort, “wo die Filme zum Sterben hingehen”, aber ganz so apokalyptisch sieht es nun auch nicht aus. So finden sich unter den “Gratis”-Neuheiten durchaus Blockbuster wie “Mission: Impossible – Rogue Nation” oder Klassiker wie John Carpenters “The Thing”, übrigens meist auch in der Originalfassung. Die Serien kosten gern mal extra, im Angebot enthalten sind allerdings Eigenproduktionen wie “Transparent” oder sehenswerte Hits wie “Vikings”. Besonders gut sortiert ist Amazon Video, was “Doctor Who” und dessen Ableger “Torchwood” angeht – Neueinsteiger in die Tardis sind hier bestens aufgehoben.

Aus rechtlichen Gründen ist es Amazon übrigens nicht möglich, beim Kauf einer DVD oder Blu-ray die Streaming-Fassung dazuzupacken, wie das ja bei vielen CDs und den zugehörigen mp3-Downloads gemacht wird. Warum das allerdings auch umgekehrt nicht klappt, ist mir ein Rätsel: Ich habe die zehnte “X-Files”-Staffel gegen Bezahlung online geguckt (noch am PC) und hätte mich über einen kleinen Rabatt beim Kauf der Blu-ray durchaus gefreut. Dafür findet sich unter meinen gekauften Film-Streams überraschenderweise “Deadpool”, obwohl ich ihn definitiv lediglich als Blu-ray erworben habe. Ob sich da was tut?

Meine Lieblings-App ist vermutlich die der meisten Amazon-Prime-Kunden – aber wird Netflix seinem Ruf als künftiger Platzhirsch im noch unübersichtlichen Streaming-Dschungel gerecht? Auf jeden Fall. Neben dem kaum vergleichbaren, weil breiter aufgestellten Amazon-Angebot wird es früher oder später darauf hinauslaufen, dass Netflix fürs Online-Glotzen das ist, was Tempo für Papiertaschentücher darstellt – quasi ein Synonym. Serienknaller wie “Orange Is The New Black” oder “Marvel’s Daredevil” sind hier ebenso zu finden wie Kinohits à la “Guardians Of The Galaxy” oder “Der Pate”. Klar, die ganz neuen Streifen sind hier nicht sofort im Angebot enthalten – erstaunlicherweise will die Filmindustrie nach der Leinwand-Auswertung zunächst mal über den Datenträger-Markt verdienen, ehe es ins Gratis-Home-Entertainment geht. Sollte niemanden großartig überraschen.

Sowohl Amazon als auch Netflix nehmen übrigens nicht nur Serien und Filme ins Angebot auf, sondern auch immer mal wieder welche raus. Wer auf dem Laufenden bleiben will, sollte ab und an der Seite www.werstreamt.es einen Klick gönnen. Etwas nervig sind in beiden Fällen die Vorschläge und Tipps, praktisch hingegen die Menüführung und die Suchfunktion.

Das Fazit

Für mich ist lineares Fernsehen seit zwei Monaten Geschichte. Klar zahle ich brav meine Gebühren, aber das sind mir Produktionen wie “Der Tatortreiniger” oder “Tatort” auch durchaus wert. Sich allerdings sein Programm selbst zusammenzustellen, aus einem breit gefächerten Angebot und vor allem, wann immer man will – das sollte nicht nur Bingewatcher wie mich überzeugen.

Apropos – hier kommt noch die Liste der Serien, die ich seit Ende April dank Netflix und Amazon Video weggeguckt habe. Sie darf gerne als Empfehlung verstanden werden:

  • komplette Staffel “American Horror Story: Freak Show”
  • erste Staffel “Brooklyn Nine-Nine”
  • beide Staffeln “Marvel’s Daredevil”
  • beide Staffeln (plus Special) “Derek”
  • erste Staffel plus die halbe zweite “Fear The Walking Dead” (wird im Herbst fortgesetzt)
  • komplette Staffel “Marvel’s Jessica Jones”
  • dritte und vierte Staffel “Orange Is The New Black”
  • erste Staffel “Parks & Recreation”
  • alle drei Staffeln “Penny Dreadful”
  • “Preacher” (läuft noch)
  • den Rest der fünften Staffel “The Walking Dead”
  • erste Staffel “Wayward Pines”
  • Film plus Serie “Wet Hot American Summer”/”Wet Hot American Summer: First Day Of Camp”
  • erste Staffel “Z Nation”

Die X-Akten sind geschlossen – aber sicher nicht für immer

The X-FilesKirsten: Da stand auf einmal die Idee im Raum, nach Abschluss der sechs Episoden der zehnten “Akte X”-Staffel noch ein paar Zeilen zu schreiben. Gesamteindruck festhalten, noch mal rekapitulieren, was da eigentlich passiert ist, einordnen und ein Fazit ziehen.

Es waren fünf beeindruckende Wochen für alle X-Akten-Fans. Einerseits, weil sie so unfassbar schnell vorbei waren, andererseits auch deshalb, weil diese in fünf Wochen gezeigten sechs Episoden so viel beinhalteten, dass es einem hier und den Atem verschlug. Und dann war da diese Qualitätskurve. Müsste ich eine Linie in ein Koordinatensystem einzeichnen, um zu beschreiben, wie ich den Verlauf dieser Folgen wahrgenommen und empfunden habe, es wäre eine steile Angelegenheit mit einer krassen Klippe am Ende.

Folge eins war die schwächste – daran ändert sich für mich auch nach der letzten Folge nichts. Im Schnelldurchlauf mal eben erzählen, was man damals in neun Jahren so ausgebreitet hat, dass selbst die Fans nicht mehr mitkamen – das funktioniert nicht gut. Und es ist auch Chris Carter nicht gelungen. Spöttisch kritisierte ich während der vergangenen Wochen, dass Carter doch bitte endlich den Stift weglegen möchte. Es reicht doch, dass er die beiden genialsten Charaktere der TV-Geschichte erschaffen hat. Er muss sie nicht auch noch zunichte schreiben. Das haben sie nicht verdient. Die erste Folge wollte zu viel. Plötzlich tauchte am Horizont eine ganz neue Verschwörung auf, die mit der damaligen gar nichts mehr zu tun hat. Aha-Momente, Überraschungen. Zu viel des Guten. Aber immerhin blieb dieser schale Beigeschmack der Hoffnung, dass ja in der letzten Episode alles aufgeklärt würde.

Denkste!

Heute Morgen also die fast erste Tat des Tages: Amazon auf, “X Files”-Folge kaufen, die angucken – damit man auch in den sozialen Netzwerken endlich wieder mitreden kann. Nach knappen 44 Minuten blieben folgende Gedanken: “Das machen die jetzt nicht wirklich?” “Sitzt William in dem Ding?” “Warum zur Hölle bekommen wir immer nur noch mehr Fragen als Antworten?” “Will Chris Carter uns verarschen?” “Wann kommt Staffel 11?” Und: “Irgendetwas stimmt hier nicht.”

Das Gefühl, das irgendetwas nicht stimmte, verfestigte sich in den wenigen Stunden nach dem Gucken. Irgendetwas war faul und die Puzzleteile dieses stinkenden, faulenden Etwas setzten sich langsam zusammen.

Da wäre einerseits Fox Mulder. Der war mit dem schwarzen Virus infiziert, ihm war Gehirngewebe (sic!!) durch seinen leiblichen Vater eingesetzt und schließlich war er von Alien entführt worden – wie kann es sein, dass dieser Mann eine Katastrophe dieses Ausmaßes nicht überlebt? Natürlich, die Dramaturgie. Man braucht Stoff für Staffel 11, man muss William in den Handlungsbogen einspannen – und das alles, ohne auch nur eine einzige Frage zu beantworten.

Da wäre außerdem Monica Reyes. Es gibt sehr viele Fans, die Staffel neun nie gesehen haben. Selbst schuld, kann ich nur sagen. In dieser Staffel neun gibt es einige der besten Folgen der Serie. Monica Reyes war damals die Ermittlerin (gemeinsam mit John Doggett/Robert Patrick). Monica Reyes stand Dana Scully in ihren dunkelsten Stunden bei, hat ihren Hintern riskiert, um Mulder und Scully zu retten – und jetzt, plötzlich, soll sie, ganz eigennützig und egoistisch, alles aufgegeben und betrogen haben, um dem Krebskandidaten 15 Jahre lang die Zigaretten an die künstliche Luftröhre zu halten? Leute – im Leben nicht. Ich habe selten erlebt, wie ein Schöpfer es schafft, soweit mit einem seiner eigenen Charakter Out Of Character zu gehen. Es ergibt keinen Sinn. Sie hätte es nicht gemacht. Sie hätte gekämpft. Mit Doggett an ihrer Seite. Zumindest ist das meine Vorstellung.

Da wäre weiterhin diese seltsam konstruierte Verschwörung. Tad O’Malley taucht aus dem Nichts wieder auf und plötzlich werden alle Menschen krank? So ist es natürlich nicht angelegt, aber so ist es zu verstehen. Es ist doch sehr weit hergeholt, dass eine Katastrophe dieses Umfangs ausgelöst wird durch einen Verschwörungstheoretiker, der in seiner Sendung über Chemtrails fabuliert. Also bitte!
Viele Fragen werden gestellt, wenige werden beantwortet. Alles bleibt nebulös und endet dann auch noch mit einem spektakulären Cliffhanger.

Nein, diese letzte Folge konnte nicht aufhalten, was die erste bereits ins Rollen gebracht hatte. Dieses Gefühl, dass Chris Carter gar nicht mehr so richtig weiß, was er eigentlich erzählen wollte.

Was ist aus den Supersoldiers und den Rebellen geworden? Welche Rollen spielen sie jetzt? Zu welchem Zweck gab es sie eigentlich – außer aus dem Grund, Agent Doggett Arbeit zu geben.

Das Highlight dieser Staffel bleiben am Ende die Monster-of-the-week-Episoden – weil sie es einerseits schaffen, uns einen Einblick in das Leben von Mulder und Scully zu geben. Und weil sie andererseits einfach – wie auch früher schon – schöne, spannende und interessante und dann auch noch lustige und am Ende aber immer zum Nachdenken anregende Geschichten erzählen.

Zu meinen persönlichen Höhepunkten gehört “Babylon”, weil es so brandaktuell ist. Auch hinter “Home Again” steht eine wunderbare Geschichte, obwohl am Ende zu viele Fragen offenbleiben.

Und das ist das größte Problem dieser Staffel: Sie will zu viel. Wie bereits eingangs erwähnt, ist es einfach unmöglich, all das, was eine so starke Serie über neun Jahre ausgemacht hat, in sechs Folgen wiederzubeleben und gleichzeitig sterben zu lassen, um sie dann ganz neu zu erzählen. Das funktioniert nicht. Es ist schade, dass es so ist. So bleibt nur die Hoffnung, dass Chris Carter das ebenfalls begriffen hat und sich für eine Staffel elf überlegt, eventuell doch nur eine Geschichte über sechs Folgen zu erzählen. Immerhin schreiben wir das Jahr 2016 und dieses Jahrzehnt wird im Fernsehen von Serien geprägt, die horizontal und konstant erzählen. Mich würde brennend interessieren, wie das bei “Akte X” aussehen könnte.

Immerhin ist das die beste Serie der Welt mit den besten Protagonisten der Welt – es muss also möglich sein, vieles noch viel besser zu machen.

 

Markus: “Mulder, it’s me. Are you ready?” Mit diesem Tweet von Gillian Anderson fing für mich alles an – sie hatten mich wieder. Ab da gab es kein Zurück mehr, ich wollte einfach gut finden, was als zehnte Staffel auf uns zukam. Und es las sich ja auch einfach zu perfekt: Alle wichtigen Leute waren mit an Bord, von Anderson und David Duchovny über Mitch Pileggi und William B. Davis bis zu Mark Snow und Glen Morgan. Leider auch Chris Carter (dazu kommen wir noch). Die Lone Gunmen wurden während der Dreharbeiten gesichtet. Annabeth Gish hatte zugesagt. Und einzig die vergleichsweise geringe Zahl der Folgen stimmte mich nachdenklich. Nur sechs? Ernsthaft? Ihr lasst uns mal kurz die lange vermisste Atmosphäre schnuppern und nehmt es uns dann wieder weg?

Und das war dann auch das große Problem, das ich mit der Fortsetzung hatte: Sie war einfach zu kurz. In einem halben Dutzend Folgen, jede gerade mal eine knappe Dreiviertelstunde lang, kann man keinen komplexen Handlungsbogen erzählen. Aber genau das ist es, was “The X-Files” immer ausgemacht hat, was diese Serie zu einem Vorreiter moderner Fernsehunterhaltung werden ließ. Die Produzenten setzten konsequenterweise auf klassische “Monster of the week”-Geschichten, eingeklammert in eine Alien-Mythologie-Doppelfolge. Blieben faktisch vier Teile, um den alten Fans alles zu bieten, was sie erhofften, und neue Anhänger zu gewinnen. Und so bekamen wir die unheimlichen Kinder (“Founder’s Mutation”), den schrägen Humor (“Mulder and Scully meet the Were-Monster”), den monströsen Serienkiller (“Home Again”) und das Special für Kenner (“Babylon”). Dazu jede Menge Anspielungen auf alte Handlungsbögen, durchaus interessante neue Charaktere, ikonische Szenen und Sätze, ein wenig Modernität (Internet! Chemtrails!) sowie eine Spur weiterführende Story in besagter Doppelfolge.

Klar – zu kritisieren gibt es einiges. Zu gerafft, geradezu gehetzt erschien manche Story. Logiklöcher brachen auf, wenn sich der erste Nebel der Begeisterung legte. Und Chris Carter ist und bleibt der George Lucas der X-Akten – er hat allen Respekt der Welt dafür verdient, uns diese Figuren und ihre Geschichte geschenkt zu haben, aber nehmt ihm bitte so schnell wie möglich sein Baby weg. Der Mann hat seinen eigenen Mythos nicht verstanden, und seine unausgegorene Klammerfolge “My Struggle” bewies das einmal mehr.

Apropos Baby: Ich war nie ein Fan der Idee, dass Mulder und Scully Eltern wurden. Auch die Autoren schienen damit seinerzeit zu hadern, denn William, das gemeinsame Kind der FBI-Agenten, verschwand so schnell und unvermittelt, wie er das Licht der (Serien-)Welt erblickte. Nun müssen die beiden die verzweifelten Rabeneltern geben, und aus dem verlorenen Sohn wird so etwas wie das Bernsteinzimmer oder das Seeungeheuer von Loch Ness: Man spricht darüber, aber man bekommt es nie zu Gesicht, und was genau sich dahinter verbirgt, weiß ohnehin niemand so recht.

Damit sind wir erstaunlicherweise bei der großen Stärke der neuen Staffel: Gillian Anderson und David Duchovny. Keine Ahnung, wer das Duo damals gecastet hat, aber er hatte entweder verdammt viel Glück oder versteht was von seinem Job. Es gibt schlicht und ergreifend keine zweite Fernsehserie, streng genommen auch keinen Genrefilm mit einer derartigen Chemie zwischen den Hauptdarstellern. Sie sind das ultimative Protagonistenpaar, es knistert und zischt, es harmoniert und kracht zwischen ihnen, dass allein ihre großartigen Dialoge für alles entschädigen, was zu bekritteln ist. Hinzu kommt, dass beide als Schauspieler gewachsen sind. Sie haben ihre eigene Geschichte, miteinander und alleine, und das macht das Wiedersehen (zwischen ihnen, aber vor allem mit ihnen) so unglaublich sehenswert. Das ist eine emotionale Wertung, keine sachliche, aber nochmal ganz deutlich: Mit Anderson und Duchovny wird “The X-Files” immer und zu jeder Zeit punkten können.

Insgesamt fühlte ich mich überaus gut unterhalten. Langweilig wurde es nie, wenngleich ich mich an das Mehr an Spezialeffekten und das Weniger an konspirativem Flüstern im Schatten erst gewöhnen musste. Inzwischen ist es einfach leichter und günstiger, Raumschiffe und Ungeheuer zu zeigen – also taten die Produzenten das vergleichsweise ausgiebig. Die Wahrheit ist irgendwo da draußen. Und diesmal kriegten wir sie auch zu sehen.

Die Stimmung von Staffel 10 entsprach exakt jener der legendären Folgen der 90er Jahre und der beiden weniger legendären Kinofilme. Das muss man erstmal hinkriegen, allein dafür alle Achtung. Besonders faszinierend: “Akte X” funktioniert heute so gut wie damals. Die Urväter halten im Rennen um die beste Fernsehserie nicht nur mit, sie erobern an guten Tagen sogar die Spitzenposition. Und es gab viele gute Tage während der vergangenen fünf Wochen.

Jetzt kann ich es kaum erwarten, dass die X-Akten ein weiteres Mal geöffnet werden. Die Quoten und die meisten Kritikerstimmen sprechen dafür, dass das irgendwann geschieht. Hoffentlich nicht erst in 14 Jahren, denn unsere beiden Helden fehlen mir jetzt schon. I’m ready.

 

(Mehr zu “The X-Files” gibt’s hier und hier.)

Es kann nur eine geben!

Dieser Tage kocht mal wieder ein Thema hoch, das sich in regelmäßigen Abständen in der Serien-, Fernseh- und Filmwelt in Deutschland finden lässt. Synchronisation. Das betrifft zwar nicht nur Deutschland, sondern unter anderen auch Frankreich, Spanien und Italien, doch die Diskussion über Synchronsprecher und Synchronisationen findet in dieser Härte nur in Deutschland statt und zwar immer dann, wenn entweder ein Synchronsprecher verstirbt oder ein neuer Synchronsprecher einen alten ablöst.

Im aktuellen Fall betrifft es mal wieder David Duchovny. Der arme Mann bekommt alleine innerhalb von Akte X jetzt seinen dritten Sprecher: Sven Gerhardt. Bekannt wurde Mulder hierzulande mit der Stimme von Benjamin Völz (übrigens der Sohn von Wolfgang Völz). Neun Staffeln lang lieh Völz Duchovny seine Stimme. Dann war Pause. Und beim zweiten Akte-X-Film sechs Jahre nach Serienende schauten einige im Kino nicht schlecht, als Völz nicht mehr zu hören war. Ein schwerer Schlag in die Magengrube! Für die Rückkehr der Serie im Jahr 2016 hatten sich nicht wenige auch die Rückkehr von Herrn Völz gewünscht. Was 2008 beim zweiten Film scheiterte, gelang auch dieses Jahr nicht. Damals hatte Völz eine “zu hohe Gage” von 20.000 Euro gefordert, die abgelehnt wurde. Auch dieses Jahr wurde nichts daraus – Völz wird Duchovny nicht sprechen. Ob es wieder am Geld gescheitert ist – man weiß es nicht. ProSieben spricht in einer Erklärung von redaktionellen Gründen. Kann man glauben, kann man auch lassen. In dieser Erklärung bezieht sich ProSieben übrigens auf eine Petition, die einige enttäuschte Fans gestartet haben. Es darf vermutet werden, dass sie erfolglos bleibt.

Insgesamt wirft das mal wieder die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Synchronisationen auf. Es ist natürlich leichter, sich fremdsprachige Filme und Serien in der eigenen Sprache anzuhören. Vielleicht ist es zu leicht. In Schweden beispielweise läuft jede nichtschwedische Serie, jeder nichtschwedische Film im Original mit Untertiteln – und ein ganz subjektiver Eindruck ist, dass Schweden nicht nur deutlich besser Englisch sprechen (und deutlich öfter) als Deutsche, sondern dass es auch besser klingt. Sie haben ein besseres Gespür für andere Sprachen. Das, was in der Schule gar nicht geleistet werden kann, weil die meisten Lehrer ebenfalls mit Akzent sprechen, schafft der Fernseher wie von selbst. Ja, es ist vielleicht am Anfang anstrengender, Untertitel zu lesen. Ja, viele Senioren würden vermutlich überhaupt kein Fernsehen mehr gucken oder nur noch auf deutschsprachige Flachkomödien und ideenlose Heimatfilme zurückgreifen. Ja, eine Umstellung brächte einen Aufschrei mit sich. Das ginge nicht von jetzt auf gleich. Der Sprachbildung in Deutschland könnte es aber nicht schaden.

Hinzu kommt ein wesentlicher anderer Punkt: Es gibt viele Verfechter der Synchronisation, aber selbst der beste Synchronsprecher kann nicht vermitteln, was der Schauspieler gerade denkt, meint, fühlt und tut. Jede Synchronisation verliert im Vergleich zum Original. Besonders krass ist das übrigens – ein gern bemühtes Beispiel – die unfassbar miese Synchronisation von Star Trek: Voyager. Von inhaltlichen Fehlern ganz zu schweigen.

Natürlich bringt eine Franziska Pigulla eine unglaublich gute Ausgangsstimme mit. Und natürlich verliert Gillian Anderson erst einmal im Original, wenn man sie das erste Mal quietschen hört. Sie hat nun mal keine verraucht-tiefe Stimme, sondern eine hohe, sehr weibliche. Aber spätestens nach drei Folgen will man es nicht mehr anders.

Und andersrum wird es schlimm, wenn ein Sprecher jahrzehntelang einen Schauspieler oder eine Figur gesprochen hat und dann verstirbt. Beispiel: Norbert Gastell. Er ist für mich DER Homer Simpson. Vermutlich haben die meisten Deutschen angefangen, Die Simspons zu schauen, bevor es Internet oder Netflix gab – auf Deutsch. Jetzt ist Gastell verstorben, Homer Simpson bekommt eine neue Stimme. Er wird nicht mehr der alte Homer sein. Und das ist in jedem Fall eine Enttäuschung. Egal, wie wertfrei man den neuen Sprecher willkommen heißt. Gastell war hier sogar noch eine Spur spezieller und besser als Elisabeth Volkmann, die Marge gesprochen hat. Anke Engelke übernahm und macht das erstaunlich gut. Ob es dem Nachfolger von Gastell gelingt, bleibt abzuwarten.

Ein besonders krasses Beispiel ist auch die Netflix-Serie “Orange is the new Black”. Im Gefängnis leben lateinamerikanische, weiß-amerikanische, zugewanderte Insassinnen ebenso wie welche aus der New Yorker Bronx. Allein die verschiedenen Farben der amerikanischen Sprache zu hören, macht diese Serie so sympathisch. Jede ist anders, jede redet anders. Die deutsche Synchronisation kann da nicht rankommen, egal, wie sehr sie sich bemüht. Letzlich bleibt die Frage, wieso bei der Ausstrahlung von Fernsehserien nicht wenigstens der Zweikanalton genutzt wird. Er wird viel zu selten berücksichtigt. Vielleicht möchten Menschen, die ohnehin wenig Fernsehen, weil sie sich Streaming-Diensten zugewandt haben, dann wenigstens beim linearen Fernsehen die Option haben, den Ton zu wechseln.

Nur zu Beginn eine Träne

Die X-Akten sind zurück. Endlich! Nach 7,5 langen Jahren. Und den zweiten Film könnte man ja durchaus auch einfach aus der Liste streichen. Demnach sind es also fast 14 Jahre. In den vergangenen zwei Wochen war es sehr schwierig, nicht versehentlich in irgendwelche Spoiler zu geraten. Die Fox-Promo-Maschinerie war in vollem Gange. Wer sich dem Thema vor lauter Vorfreude auch nur etwas annahm, bekam alles an Trailern und Teasern zu sehen, was die Fernsehproduktion so hergibt. Zusätzlich dazu: ein 20-minütiges Special zur Rückkehr der X-Akten. Außerdem 12642881_952462364791497_496149624039202369_nüberall im Netz: Reviews zur ersten Folge “My Struggle”. Fast alle durch die Bank weg schlecht. Auch diese nicht zu lesen, war schwierig.

Und gestern Abend war es dann soweit. Endlich wieder The X-Files. Als der Vorspann begann, waren sicherlich viele Augen kurz mal feucht geworden. Was mit einer Träne im Knopfloch begann, wurde dann allerdings recht schnell eine ziemlich trockene Angelegenheit. Zu viel Verschwörungstheorie, zu viel Off-Ton von Mulder, zu viele Erklärungen und zu viele Bilder aus Roswell. Irgendwie war nicht ganz klar, wo das hinführen sollte. Chris Carter, Erfinder und derjenige, der die Episode geschrieben hat, wohl ebenso nicht.

Da taucht der schnittige Talkshow-Moderator O’Malley auf, der behauptet, an Verschwörungstheorien zu glauben. Es wird die steile These aufgestellt, dass gar nicht die Außerirdischen Experimente an Menschen durchführen, sondern dass die Menschen die bei Roswell und sonst so abgestürzten Aliens genutzt haben, um dann wiederum Experimente an Menschen durchzuführen. Klang genau das aber nicht auch schon mal in der Original-Serie an? Wo ist der neue Ansatz? Als dann 30 Minuten später klar war, dass der schnittige Moderator offenbar nur Blödsinn von sich gegeben hat, war diese Theorie auch schon wieder hinüber. Nun stellte sich doch relativ schnell die Frage, wieso ausgerechnet dieser Moderator die Macht hat, Scully und Mulder wieder zusammenzubringen. Wieso Skinner das als so wichtig erachtet hat? Er war schließlich nur ein Dummschwätzer, mehr nicht. Davon gibt es dieser Tage ja sehr viele. Und dass Scully am Ende außerirdische DNA findet und beschließt, dem nachzugehen, entspricht ebenfalls nicht ihrem Charakter. Die skeptische Dana Scully, die schon im zweiten Film mit den X-Akten eigentlich nichts mehr zu tun haben wollte, wehrt sich auch hier fast die komplette Folge tapfer dagegen, wieder in dieses Thema gezogen zu werden, hält Mulder sogar eine deftige Standpauke darüber, dass er wieder einmal heftig übertreibt und sich in etwas reinziehen lässt. Dann lässt sie ihn wie einen kleinen Schuljungen stehen. Man sieht, dass sie so weit weg will davon, wie es nur geht – spätestens in der Szene, als sie mit O’Malley in dessen Limousine sitzt und Champagner schlürft, wird das deutlich. Der depressive Fox Mulder, der sein Haus nie verlässt und die Tage wirwissennichtwomit verbringt, geschweige denn von welchem Geld er lebt.

Es bleiben viele Fragen offen: Wieso erachtet es Assistant Director Skinner als so wichtig, die X-Akten wieder zu öffnen? Wieso ist diese vermeintliche Verschwörungstheorie auf einmal wieder so wichtig, dass man sich darum kümmern muss? Wie ist Scullys Gesinnungswechsel zu erklären? Was ist denn jetzt die eigentliche Verschwörung? Hat William doch außerirdische DNA? Und Scully? Wussten sie das nicht schon immer? Wieso bricht diese Wunde nach 14 Jahren wieder auf? Wer ist eigentlich O’Malley und was ist seine Aufgabe?

Chris Carter bleibt die Antworten noch schuldig. Die Macher bleiben uns ebenso einen Plot, dem man folgen kann, eine Geschichte, die irgendwie spannend ist, und eine Verschwörungstheorie, der man unbedingt folgen will, schuldig. Vieles wirkt zu konstruiert. Als gäbe es tatsächlich gar keinen Grund, der es nötig macht, die X-Akten wieder zu öffnen. Und so ist es vielleicht auch. Es gibt wahrscheinlich keinen. Es gab genauso wenig einen, sie zu schließen. Am Ende ist das aber egal. Es darf gerne jeder Grund der Welt sein, die Arbeit an den X-Akten wiederzubeleben. Denn eigentlich geht es am Ende ja doch nur um Mulder und Scully. Und selbst das kann Chris Carter nicht kaputtschreiben. Mit hohen Erwartungen dürfen wir uns jetzt auf die Folgen freuen, die Darin Morgan, Glen Morgan und James Wong geschrieben haben. Sie sind immerhin verantwortlich für einige der besten Folgen dieser Serie überhaupt.

Und so steht nach dem mauen Anfang fest: Es kann nur besser werden. Das ist die zweite gute Nachricht bei diesem Reboot. Die erste? Fox Mulder und Dana Scully sind zurück!

Das wird ein gutes Jahr!

sherlock-specialfinal885435Vorfreude ist die schönste Freude – da hat der Volksmund schon Recht. Aus diesem Grund haben wir mal ein paar Gründe zusammengestellt, sich auf 2016 richtig zu freuen. Es wird nämlich einiges geboten für Freunde der gepflegten Kino- und Fernseh-Unterhaltung…

1. Januar: Die BBC zeigt “Sherlock: The Abominable Bride”, das lang erwartete Special zur Serie, das offenbar in der Vergangenheit spielt.

4. Januar: Neues Futter für die Dauerrotation: ProSieben beginnt mit der Ausstrahlung der neunten Staffel von “The Big Bang Theory”. Bazinga! (Nein, das ist kein Witz.)

10. Januar: ZDFneo zeigt künftig immer sonntags “Schulz & Böhmermann”. Oder anders: Es wächst zusammen, was zusammengehört. Wurde auch Zeit.

14. Januar: Mit “Creed” wird tatsächlich die “Rocky”-Saga fortgesetzt (US- und Deutschland-Kinostart)!

21. Januar: “Legends Of Tomorrow” ist in Zukunft (!) beim US-Sender The CW zu sehen. Die Superhelden-Story ist im gleichen Serienuniversum angesiedelt wie “Arrow” und “The Flash” – DC mag es gern ein wenig kompliziert.

24. Januar: Auf Fox startet die Rückkehr von Mulder und Scully. “The X-Files” wird als Miniserie fortgesetzt, und wir sind ganz sicher: The truth is out there. Übrigens hat ProSieben Maxx angekündigt, die Folgen mit zwei Wochen Abstand auf Deutsch zu zeigen.

26. Januar: Einsfestival beginnt damit, die “Tonight Show” mit Jimmy Fallon in Deutschland auszustrahlen.

28. Januar: Quentin Tarantinos “The Hateful Eight” knurren auf deutschen Kino-Leinwänden.

5. Februar: “Pride And Prejudice And Zombies” läuft in den US-Kinos an, die Verfilmung des erfolgreichen Crossover-Romans “Stolz und Vorurteil und Zombies”. Ganz sicher nichts für Jane-Austen-Fans (Deutschland-Kinostart: 21. Mai)!

8. Februar: Der US-Sender AMC setzt die Ausstrahlung der sechsten Staffel von “The Walking Dead” fort. Wir sind überzeugt: Diese Geschichte läuft sich noch lange nicht tot.

11. Februar: In den amerikanischen und europäischen Kinos startet “Deadpool”: Ryan Reynolds gibt zum zweiten Mal den plappernden Söldner, der seine Maske aus guten Gründen trägt. Allerdings soll dieser Film zum ersten Mal der Comic-Vorlage gerecht werden.

18. März: Netflix setzt seine erfolgreiche Marvel-Serie “Daredevil” fort.

24. März: “Batman V Superman: Dawn Of Justice” läuft in den Staaten und Europa an. Der bislang letzte Trailer versöhnte viele mit dem geplanten Blockbuster, in dem sich die beiden Superhelden zunächst gegenseitig vermöbeln, um dann den Finsterlingen Saures zu geben. Aber eigentlich warten wir ja alle auf den “Justice League”-Film…

5. Mai: Mit “Captain America: Civil War” schlägt das Marvel Cinematic Universe zurück (US-und Deutschland-Kinostart). Die Geschichte und erste Trailer machen Hoffnung auf einen würdigen Nachfolger der beiden erfolgreichen Vorgänger.

19. Mai: Die amerikanischen und europäischen Superhelden-Fans bekommen “X-Men: Apocalypse” zu sehen. Hoffen wir auf ein Plus an Handlung im Vergleich zur jüngsten Episode. Und warum hat Nightcrawler noch immer diese Kringel im Gesicht..?

26. Mai: Wollten wir tatsächlich eine Verfilmung des Rollenspiel-Klassikers “WarCraft”? Die Trailer sahen eher nach Computerspiel-Zwischensequenz als nach dem “Herrn der Ringe” aus (US- und Deutschland-Kinostart).

24. Juni: Weshalb “Independence Day: Resurgence” in den Staaten nicht am Unabhängigkeitstag anläuft, weiß vermutlich nur Roland Emmerich. Ob die Blockbuster-Fortsetzung was taugt, kann im Kino überprüft werden (Deutschland-Kinostart: 14. Juli).

28. Juni: In Deutschland läuft “Bourne” an, die Fortsetzung der – richtig – “Bourne”-Reihe, diesmal wieder mit Matt Damon.

15. Juli: Die “Ghostbusters” sind zurück – zunächst nur auf amerikanischen Leinwänden. Die rein feminine Besetzung (u.a. mit Melissa McCarthy) stieß vorab nicht überall auf Begeisterung. Aber eine Chance haben die Geisterjägerinnen allemal verdient.

21. Juli: “Star Trek Beyond” schickt sich an, die US-Kinokassen klingeln zu lassen. Der Trailer war ja eher laut als mitreißend, aber da die Crew um Captain Kirk nun auch in der zweiten Zeitlinie endlich ins All aufbricht, darf man ruhig gespannt sein.

5. August: Mit dem “Suicide Squad” stellt DC dem US-Publikum seine Comic-Bösewichte vor – und zwar als (Anti-)Helden. Ob das klappt? Und was steckt hinter Jared Letos eigentümlichem Aussehen als Batmans Erzfeind Joker? (Deutschland-Kinostart: 18. August.)

23. September: Das Remake von “Die glorreichen Sieben” (unter anderem mit Denzel Washington und Chris Pratt) startet in den deutschen Kinos.

7. Oktober: Noch ein Held der “X-Men”-Reihe kehrt auf die US-Kinoleinwände zurück: Gambit, im ersten “Wolverine”-Solo-Abenteuer noch eine Randfigur. Baut da jemand heimlich das dritte Superhelden-Film-Universum auf?

4. November: “Sherlock” Benedict Cumberbatch gibt “Doctor Strange” (US-Kinostart) – das freut nicht für Anhänger des MCU, sondern auch jene der BBC (sorry)…

17. November: In den amerikanischen und europäischen Kinos läuft “Fantastic Beasts And Where To Find Them” an, weniger ein Prequel zu den Abenteuern von Harry Potter als mehr eine Art Bonus.

16. Dezember: Es geht weiter! In den amerikanischen Kinos startet “Rogue One: A Star Wars Story”, das sehnsüchtig herbeigesehnte Spin-Off zur erfolgreichen Reanimation der Kultreihe.

Außerdem nimmt Netflix Deutschland endlich die vierte Staffel von “House Of Cards” ins Programm auf, und Marvel hat (ebenfalls für Netflix) eine Reihe weiterer Serien angekündigt.