„Godzilla Minus Zero“ macht mächtige Monster müde

„Godzilla Minus Zero“ macht mächtige Monster müde

Es ist ja wirklich Geschmackssache, aber ich finde „Godzilla Minus Zero“ – vorsichtig ausgedrückt – stinklangweilig. Oder anders: Den Vorgänger „Godzilla Minus One“ hab ich im Schlaflabor geschaut. Mit dieser Fortsetzung hätte ich besser schlummern können.

Um ehrlich zu sein: Das habe ich auch ein-, zweimal getan. Selten habe ich im Kinosaal so sehr das Bedürfnis gehabt, auf die Uhr zu blicken. Und als der Film nach gefühlt viereinhalb Stunden endlich zu Ende war, ist mir ein leises „Halleluja“ entwischt.

Die Fortsetzung des oscarprämierten Toho-Reboots besteht zu 90 Prozent aus Aufnahmen von Menschen, die ausführlich und langatmig öde Dinge besprechen, während sie in staubigen Büroräumen, zwischen Ruinen oder auf Militärflughäfen stehen. Weitere fünf Prozent zeigen uns holzschnittartige politische Anspielungen und kitschige Familiendramen, wobei der Begriff Overacting eine völlig neue Dimension bekommt.

Und die restlichen fünf Prozent bestehen aus recht ansehnlicher Kaiju-Action, wobei mich keine einzige Szene so beeindruckt hat wie so manches im ersten Teil. Dafür geht es mitunter überraschend saftig zur Sache.

Schon klar: Einiges davon ist kulturell bedingt. Ich bin nun mal kein großer Anime- und Manga-Fan, kann grundsätzlich nicht so viel mit asiatischem Kino jenseits von Martial Arts anfangen und weiß natürlich, dass da immer noch ein bisschen Kabuki-Theater durchscheint. Das ist alles respektabel, aber eben nicht meine Tasse Grüntee.

Es muss doch möglich sein, Godzilla und Konsorten anders zu inszenieren als in den bonbonbunten Hollywood-Krachern der jüngsten Zeit, den albernen, aber von mir als Kind geliebten Originalen und dieser filmgewordenen Tristesse mit dem Spannungsaufbau einer durchschnittlichen Folge „Derrick“. Die meisten Kino-YouTuber mögen „Godzilla Minus Zero“. Bin ich wohl mal wieder der Einzige, der sieht, dass der König der Monster gar nichts anhat. Macht einen halben von fünf abgerissenen Drachenköpfen.

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