Nichts ist unmöglich: “Mission: Impossible – Fallout” hängt die Konkurrenz locker ab

Nichts ist unmöglich: “Mission: Impossible – Fallout” hängt die Konkurrenz locker ab

Superagent Ethan Hunt (Tom Cruise) ist eigentlich zu menschlich für seinen Job. Im Zweifel entscheidet er sich dafür, sein Team zu beschützen und die Rettung der Welt danach anzugehen. Sein Chef Alan Hunley (Alec Baldwin), Leiter der Spezialeinheit IMF, sieht diesen Wesenszug jedoch als Vorteil. Der klotzige CIA-Killer August Walker (kongenial besetzt: Henry Cavill), der Hunt zur Seite gestellt wird, ist hingegen das genaue Gegenteil. Gemeinsam sollen der mit allen Wassern gewaschene Draufgänger und der großmäulige Hüne den Anarchisten Solomon Lane (Sean Harris) zur Strecke bringen, bevor dieser die eingangs erwähnte Welt mit gestohlenen Atomwaffen bedrohen kann.

Einmal mehr werden die Karten im Katz-und-Maus-Spiel um Hunt also neu gemischt. Gut, dass er sich auf seine inzwischen eingespielten Mitstreiter verlassen kann: die gerissene Ilsa Faust (Rebecca Ferguson), das Technik-Ass Benji Dunn (Simon Pegg) und den Veteranen Luther Stickell (Ving Rhames). In den Gassen von Paris und den Bergen von Kashmir liefern sich Spione und Terroristen eine wilde Verfolgungsjagd, während die Fäden ein geheimnisvoller Unbekannter im Hintergrund zieht. Als seine Ex-Frau Julia (Michelle Monaghan) bedroht wird, wird es für Ethan persönlich. Und mal wieder scheint seine Mission unmöglich zu meistern zu sein…

Wow! Mit jedem neuen Action-Kracher, den Hollywood auf die Leinwand bringt, werden neue Superlative bemüht. Die aufregendste Szene. Die spektakulärsten Bilder. Noch nie gesehene Ideen. Und jedesmal denken selbst erfahrene Cineasten: Das war’s – mehr geht nicht. Die sechste “Mission: Impossible” nun legt die Messlatte für künftige Streifen dieses Genres noch einmal höher. Versprochen: Es gibt in diesem Film tatsächlich mindestens eine Szene, die man so noch nie gesehen hat. Und die einem den Atem raubt.

Das war streng genommen bei den Vorgängern kaum anders: Man erinnere sich nur an Tom Cruise’ Stunt am Burj Khalifa in “Phantom Protokoll”. Die Reihe wird spätestens seit dem dritten Teil immer sehenswerter, und das verdankt sie in erster Linie ihrem ehrgeizigen Hauptdarsteller und Produzenten. Der umstrittene Scientologe mag ein fragwürdiger Charakter sein, aber für seinen Job gibt er immer 100 Prozent – und das sieht man. Cruise ist eine getriebene Kampfsau, er geht dahin, wo’s weh tut. Buchstäblich: Während der Dreharbeiten zu “Fallout” verletzte er sich beim Sprung von einem Hochhaus zum anderen am Bein und humpelte weiter. Die Szene blieb im Film. Das Ergebnis dieses Ehrgeizes ist einer der besten Actionfilme der vergangenen Jahre – da verzeiht man Cruise gerne Gurken wie “Die Mumie”.

Zu keiner Sekunde langweilig, atemberaubend gefilmt und voller Ideen: “Fallout” ist verdammt nah an der Perfektion. Was diese verhindert? Kleinkram. Beispielsweise agiert “Superman” Henry Cavill mit seinem tapfer verteidigten Schnauzer gewohnt hölzern. Seinen Walker hätte “Beißer” Richard Kiel nuancierter angelegt. Und ein, zwei überraschende Twists scheinen doch etwas sehr weit draußen. Das trübt den Gesamteindruck jedoch wirklich nur minimal. Seit 23 Jahren tobt Ethan Hunt mittlerweile durchs Kino und wird dabei besser und besser.

Unterdessen hört man aus London ein lautes Schluchzen, eher geschüttelt als gerührt.

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