“Stranger Things”: Indiana ist nicht Maine

“Stranger Things”: Indiana ist nicht Maine

Stranger ThingsJoyce Byers (Winona Ryder) ist verzweifelt: Ihr Sohn Will (Noah Schnapp) ist nach einer Runde “Dungeons & Dragons” mit seinen Freunden nicht nach Hause gekommen. Auch sein älterer Bruder Jonathan (Charlie Heaton) weiß nicht, wo der Junge stecken könnte. Während der versoffene Sheriff Jim Hopper (David Harbour) eher nachlässig seinen Job macht, lassen Wills Freunde und seine Mutter auf der Suche nach dem Verschwundenen nicht locker. Dann macht ausgerechnet Hopper eine Entdeckung, die seinen verloren geglaubten Spürsinn weckt. Was hat das mysteriöse Elektrizitätswerk mit der Sache zu tun? Und wer ist das kleine Mädchen mit der seltsamen Tätowierung “011” (Millie Bobby Brown), das offenbar paranormale Fähigkeiten besitzt?

Ihr seid Fans von Stephen King, vor allem von “Stand By Me”? Ihr mögt kafkaeske Rätsel? Habt ein Faible für Spielberg-Filme wie “The Goonies” oder “Super 8”? Kommt aber auch mit “Twin Peaks” klar? Und liebt die 80er? Solltet Ihr auch nur eine dieser Fragen mit Ja beantworten können, ist “Stranger Things” eure neue Lieblingsserie.

In acht packenden Folgen wird nicht nur die Geschichte einer verzweifelten, aber entschlossenen Mutter erzählt, sondern es werden nach und nach auch sämtliche Klischees ausgeknipst. (Kleiner Spoiler: Der örtliche Polizeichef ist gar nicht der übliche Trottel.) Und wenn sich die Handlung bis zum furiosen Finale immer weiter steigert, wird aus dem anfangs beschaulichen Blick ins Kleinstadtleben eine packende Science-fiction-Story mit durchaus gelungenen Spezialeffekten.

Das eigentlich Sehenswerte an “Stranger Things” sind jedoch die Darsteller. Winona Ryder – in den 90ern praktisch der Schwarm aller Nerds und Musiker – liefert möglicherweise die beste Leistung ihrer Karriere ab. Und Wills Freunde (Finn Wolfhard, Gaten Matarazzo und Caleb McLaughlin) überzeugen als sympathische, aber mit Ecken und Kanten versehene Gemeinschaft, die sich auch in dramatischen Situationen nicht kleinkriegen lässt. Vor allem jedoch Millie Bobby Brown als geheimnisvolle “Eleven” empfiehlt sich für weitere Rollen – das Mädel ist zwölf und spielt bereits jetzt manch erwachsenen Darsteller an die Wand.

Besonders beeindruckend ist zudem die Liebe zum Detail. Wir befinden uns in den 80ern, also sehen wir natürlich all die lieb gewonnen Relikte jener Zeit. Bis hin zum Umstand, dass eigentlich ständig jemand raucht.

Netflix-Nutzer sollten sich die acht Stunden also gönnen und eine Reise in düstere Wälder und ein lange vergangenes Jahrzehnt wagen. Doch Vorsicht: Erwartet das Unerwartete – das hier ist Indiana, nicht Maine.

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