Insert name here: Kick-Ass

Logo_testKlar: Mit Filmen und Serien kennen wir uns aus. Und doch haben Kartoffeln manchmal Löcher, Sitzkartoffeln also auch: Wissenslücken. Wer kennt schon jeden Klassiker? Wir jedenfalls nicht. Wollen wir aber. Also rufen wir uns gegenseitig die Titel von Meisterwerken der Filmgeschichte zu, die das Gegenüber noch nie gesehen hat. Und nun gucken muss – und darüber schreiben (natürlich ohne Google).

Markus rief: Kick-Ass

Kirstens erster Gedanke: Klingt nach einem Nerd-Film. Ernsthaft? Schon wieder?

Erster Blick auf die Laufzeit, als der Film beginnt: knappe zwei Stunden. Ich bin kurz erschöpft, bevor die erste Minute zu Ende ist. Dann atme ich tief durch und denke: Nutzt ja nichts!

Ich werde aber schnell positiv überrascht. Der Film ist flott erzählt, witzig gemacht, bringt pfiffige Dialoge auf den Schirm, hat sympathische Hauptdarsteller und einen einigermaßen lückenlosen Plot. War das ein Kassenschlager?

Der einzige Schauspieler, den ich kenne, – trotz Bart und Brille oder Maske – ist Nicolas Cage. Und ich kenne Regisseur Matthew Vaughn, von dem ich weiß, dass er mit Claudia Schiffer verheiratet ist. Und irgendwann mitten im Film muss ich schmunzeln, als Claudia Schiffer überlebensgroß von einer Werbetafel prangt. War klar! Ohne Referenzen geht es wohl nicht.

Der Plot: Dave (vermutlich um die 16?) fragt sich, wieso niemand im realen Leben versucht, ein Superheld zu sein, und entscheidet sich dann selbst, einer zu werden. Er legt sich ein Kostüm zu und lässt sich dann erst einmal ordentlich verprügeln und abstechen. Versuch 1 gescheitert. Der Film könnte nun zu Ende sein, aber das wäre natürlich langweilig. Dave steht wieder auf und sieht sich schnell Hit Girl (war so, oder?) und Big Daddy gegenüber. Big Daddy war mal Bulle und wurde von Frank HabdenNachnamenvergessenunddarfjanichtgoogeln in den Knast gebracht, damit er aus dem Weg ist. Big Daddy schwört im Gefängnis Rache und trainiert sich zum Superhelden. Als er aus dem Gefängnis kommt, nimmt er seine Tochter in Empfang und bildet diese ebenfalls aus. Die vermutlich so um die elf Jahre alte Göre sticht ab und erschießt, was nicht bei Drei auf dem Baum sitzt. Unerschrocken und eiskalt. Dave, der als Kick-Ass für Ordnung sorgen wollte, aber natürlich meistens grandios scheiterte, wird von Big Daddy und Tochter unter die Fittiche genommen.

Gangster Frank findet das alles nicht so geil und will die Superhelden loswerden. Sein Sohn versucht es auf die perfide Art: Er wird ebenfalls Superheld und nennt sich fortan Red Mist. Er schleimt sich bei Kick-Ass ein und findet recht schnell raus, dass die Gefahr nicht von diesem Knirps ausgeht. Mit einem Trick bringt er Dave dazu, ihn zu dessen Beschützer inklusive Tochter zu führen. Ein spannendes Finale ist garantiert.

Zwischendurch hat der Streifen leider ein paar Längen, was ich daran merkte, dass ich spontan prüfte, ob ich nicht bei meiner London-Reise am 8. Oktober noch einen kurzen Abstecher auf die Star-Trek-Convention nach Birmingham machen könnte. Ich surfte also knappe zehn Minuten auf der Webseite der Lufthansa, bei Booking.com und der britischen Bahn-Seite rum.

Das war ungefähr die Stelle, als Red Mist und Kick-Ass zu der Lagerhalle kommen, in der ein Feuer ausgebrochen ist.

Allerdings fühlte ich mich wirklich super unterhalten und musste schon mal laut auflachen. Vielleicht kein Film-Klassiker, aber definitiv ein kultiger Nerd-Film. Am Ende überlegte ich kurz, noch Teil 2 zu sehen, zumindest wurde mir ein zweiter Teil angezeigt. Vielleicht hole ich das bald noch nach.

Mein Highlight gleich zu Beginn der folgende Satz: „Meine einzige Superkraft war, dass ich für Mädchen unsichtbar war.“ Ich liebe Selbstironie. Diese zieht sich durch den ganzen Film, ebenso wird einmal die vierte Wand durchbrochen, als der Protagonist feststellt, dass er ja noch am Leben sein müsse, wenn er in der Lage ist, die Geschichte zu erzählen. Großartig!

Fazit: Kann man gesehen haben, muss man aber nicht. Nicht empfehlenswert für jedermann, aber Nerds dürfen diesen Streifen gerne kennen. Ich bin übrigens überhaupt kein Comichelden-Mensch, mich interessiert weder Marvel noch DC, und ich bin erstaunt, dass ich diese beiden Namen jetzt nennen konnte, ohne darüber nachzudenken. Soviel dazu..! Kick-Ass funktioniert für mich trotzdem.