Der (fast) einsame Reiter ist zurück: “The Mandalorian”

Der (fast) einsame Reiter ist zurück: “The Mandalorian”

Rastlos und auf der Suche durchstreift er das All: Der Mandalorianer (Pedro Pascal), der es sich zur Aufgabe gemacht hat, sich um ein geheimnisvolles Kind mit seltsamen Kräften zu kümmern, schlägt sich noch immer zwischen den Überresten des Sternenkriegs und einer skrupellosen galaktischen Unterwelt durch. Er hat geschworen, das eigenartige (eigentlich 50 Jahre alte) Baby zu dessen “Leuten” zurückzubringen, und hofft dabei auf die Unterstützung anderer Mandalorianer, die überall im Weltraum zerstreut sind. Der Tipp eines Ganoven – den er mit seinen üblichen Methoden zum Reden gebracht hat – führt ihn zurück zum Wüstenplaneten Tatooine, bekannt dafür, ein Zuhause für zwielichtige Gestalten zu sein. Mando trifft dort auf einen selbst ernannten Marshall (Timothy Olyphant), der eine nur allzu bekannte mandalorianische Rüstung trägt. Deren Besitzer gilt seit dem Kampf der Rebellen gegen Gangsterboss Jabba als tot und hatte seinerseits nichts mit dem mandalorianischen Ehrenkodex am Hut. Trotzdem fordert Mando die Uniform als Eigentum seines Volkes zurück. Um ein Duell zu vermeiden, willigt der Marshall ein, bittet jedoch im Gegenzug um Hilfe: Ein so genannter Krayt-Drache bedroht die Siedlung, die er beschützt. Um mit dem riesigen Monster fertig zu werden, bleibt Mando nur eine Möglichkeit: Er wendet sich an die Sandleute. Einzig eine Zusammenarbeit zwischen den aggressiven Ureinwohnern der Wüstenwelt und den misstrauischen Siedlern gibt beiden Gruppen eine Chance zum Überleben. Und so tut der schweigsame Mandalorianer einmal mehr das Richtige, als zunächst unwilliger Verteidiger der Unschuldigen.

Mehr denn je setzt Showrunner John Favreau in der ersten Folge der zweiten Staffel von “The Mandalorian” auf klassische Westernelemente. Pedro Pascals Kopfgeldjäger ist der galaktische Nachfolger von Clint Eastwood oder Lee Van Cleef: ein einsamer Reiter mit einer Mission, der mürrisch auf der richtigen Seite kämpft, ehe er weiter zieht. Timothy Olyphant, sein Gegenüber in dieser Episode, ist neben Josh Brolin wohl derzeit die klassische Besetzung für Westernrollen, zumal er dank “Deadwood” oder “Justified” nicht zum ersten Mal einen schießwütigen Marshall verkörpert. Der monströse Antagonist fand in der Sternenkriegsaga bislang nur als Skelett oder erwähnt in einer Legende statt – erfreulich, dass das mysteriöse Ungeheuer nun mal zu sehen ist, wenngleich es seine cineastischen Vorbilder nicht leugnen kann, nämlich den Shai Hulud aus “Dune” und den Tremor aus “Land der Raketenwürmer”.

Insgesamt macht der Auftakt zur Fortsetzung der völlig zurecht so erfolgreichen wie beliebten Disney+-Serie sehr viel richtig. Denn er setzt auf genau jene Action- und Abenteuerelemente, die die Reise des maskierten Einzelkämpfers so unterhaltsam machen. Einzig ein Fünkchen mehr Originalität wäre vielleicht wünschenswert, aber die dürfen wir ganz sicher von den restlichen Folgen erwarten, geht es diesmal doch darum, den Titelhelden und seine Geschichte in Erinnerung zu rufen. Favreau hat einfach ein Händchen für Details und als Star-Wars-Fan offensichtlich großen Spaß an Anspielungen und (heimlichen) Gastauftritten. Apropos: Nicht umsonst habe ich die Vorgeschichte zur umkämpften Rüstung etwas verklausuliert. Bleibt einfach bis zur letzten Szene dran – und freut euch darüber und darauf, was sie wohl bedeuten mag…

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